Zufrieden, aber nicht begeistert

8. November 2001, 19:00
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Industrie über Regierungspolitik

Wien - Als "zufrieden, aber nicht begeistert" charakterisieren die österreichischen Industriellen ihre Einschätzung der Regierungsarbeit. Dieses Ergebnis von 333 Interviews im Zeitraum Mai bis August wurde Mittwoch abend von Industriellenpräsident Peter Mitterbauer in einem Gespräch mit Journalisten präsentiert.

60 Prozent der befragten Industriellen sind mit der schwarz-blauen Koalition zufrieden, 28 Prozent "weniger zufrieden". Höchste Zustimmung und Ablehnung bewegen sich im Randbereich. Deutlich mehr Zufriedenheit gibt es bei den kleineren Betrieben unter 250 Mitarbeitern, wo sie bei zwei Dritteln liegt. Gedämpft die Reaktionen auf die Frage nach den Auswirkungen der Regierungspolitik auf die Industrie: Eine Mehrheit - 41 Prozent - sagt "teils, teils"

Vorrang für die ÖVP

Innerhalb der Koalition genießt die ÖVP eindeutig Vorrang. Auf die Frage, wer die Industrieinteressen am besten vertrete, kommt die ÖVP auf 62 Prozent, SPÖ und FPÖ liegen bei drei bzw. zwei Prozent. Bei der Frage nach dem besten Wirtschaftsprogramm hat ebenfalls die ÖVP mit 54 Prozent die klare Führung. Verschwindend klein auch hier die Zustimmung zu den Programmen der anderen Parteien. Auffällig ist, dass in den Antworten auf beide Fragen zwischen einem Viertel und einem Drittel der Industriellen keiner Partei eine ausreichende Kompetenz zubilligen.

Staatsquote herunter

Weitere Themen: Die angepeilte Verwaltungsreform wurde von Mitterbauer begrüßt, eingemahnt wurden die Senkung der Lohnnebenkosten und der Staatsquote. Fortschritte sieht die Industrie beim Ausbau der Infrastruktur, mit dem zuständigen Ministerium gebe es trotz gewaltiger Investitionsnöte eine gute Zusammenarbeit.

Dasselbe gelte vom Bildungsbereich, wo der Industriechef auf einem Gebiet begeistert zu sein schien: dem der geplanten Universitätsreform. (sp, DER STANDARD, Printausgabe 9.11.2001)

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