Russisches Norilsk soll wieder "verbotene Stadt" werden

8. November 2001, 18:28
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Zugang für Ausländer ab 25. November untersagt

Moskau - Die nordrussische Stadt Norilsk soll zehn Jahre nach dem Ende der Sowjetunion wieder ihren Status als "verbotene Stadt" zurückbekommen. Die 350 Kilometer vom Polarkreis entfernte Stadt werde ab 25. November nicht mehr für Ausländer zugänglich sein, teilte ein Sprecher des Metallkonzerns Norilsk Nickel am Donnerstag mit. Auch allen Bewohnern ehemaliger Sowjetrepubliken außer Russland sei der Zutritt künftig verboten.

Die russische Regierung habe bereits am 30. Oktober ein entsprechendes Dekret erlassen. Moskau will offenbar verhindern, dass der Lebensstandard in der Stadt sinkt. Das Lebensniveau in diesem Teil Sibiriens sei deutlich höher als in anderen Regionen des Landes, betonte der Sprecher des Unternehmens.

Starke Zuwanderung

Zahlreiche Menschen seien nach Norilsk zugewandert, um Arbeit zu finden oder von den "sozialen Vorteilen" durch die Regionalverwaltung und den Konzern zu profitieren. Bereits jetzt würde die Fluglinie KrasAir keine Tickets nach Norilsk mehr an Ausländer zu verkaufen, sagte der Gouverneur der Region Krasnojarsk, Alexander Lebed.

Norilsk wurde 1935 auf Befehl Stalins errichtet. Tausende Strafgefangene wurden in den nahe gelegenen Minen zum Abbau von Nickel gezwungen. Es ist sind die größten Reserven des Edelmetalls auf der Welt. Die Privatisierung des Konzerns war einer der größten Skandale in Russland in den neunziger Jahren. (APA)

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