Britische Umweltschützer gehen wegen Sellafield vor Gericht

9. November 2001, 13:34
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Inbetriebnahme eines neuen Werkes soll verhindert werden

London - Britische Umweltschützer wollen mit einer Anhörung vor dem High Court (Oberstes Zivilgericht) in London die Inbetriebnahme eines neuen Werkes zur Herstellung von Mischoxid-Brennelementen in der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Sellafield verhindern. Greenpeace und die Umweltschutzgruppe "Friends of the Earth" wollen erreichen, dass die vor einem Monat von der Regierung erteilte Betriebsgenehmigung rückgängig gemacht wird.

Das Werk soll nach dem Wunsch der Regierung am 20. Dezember den Betrieb aufnehmen. Am Donnerstag war jedoch nicht bekannt, wann das Gericht sein Urteil verkünden wird.

Werk zur Produktion von Mischoxid-Elementen

Zu Verhandlungsbeginn vertraten die Anwälte der Umweltschützer die Ansicht, das Werk zur Produktion von Mischoxid-Elementen für Kraftwerke sei wirtschaftlich nicht rentabel. Auch müsse seine Zulassung unter Aspekten der EU-Gesetzgebung geprüft werden. Fraglich bleibe ferner, ob das Kundeninteresse an der Abnahme der Brennelemente ausreichen würde. Rechtsvertreter der Regierung betonten, die Anlage würde "erhebliche wirtschaftliche Vorteile" bringen.

Seit 1996 haben drei britische Regierungen insgesamt fünf öffentliche Prüf- und Anhörungsverfahren für das rund 460 Millionen Pfund (747 Mill. Euro/10,28 Mrd. Schilling) teure Werk angeordnet. Die Brennelemente sollen von den meisten Atomkraftwerken verwendet werden können. Sie bestehen aus einer Mischung von Plutonium- und Urandioxid und werden aus Atommüll gewonnen. Das Betreiberunternehmen der Anlage, British Nuclear Fuels Ltd, sieht in der Produktion der Elemente einen Beitrag zur Entsorgung von Atommüll. (APA/dpa)

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