Uran-Brennstäbe in Italien spurlos verschwunden

8. November 2001, 18:10
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Material kann zum Bau von Atomwaffen verwendet werden

Rom - In Italien sind seit 1998 sieben Uran-Brennstäbe verschwunden. Es handle sich um angereichertes Uran 235 und 238, wie es zum Bau von Atomwaffen verwendet werden kann, berichtete die römischen Zeitung "La Repubblica" am Donnerstag. Die Mafia habe seinerzeit versucht, das Uran in ein arabisches Land zu verkaufen. Die Justizbehörden bestätigten, dass in diesem Zusammenhang bereits elf Mafiosi bei einem Prozess in Catania auf Sizilien zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden seien.

In Italien zum Verkauf angeboten worden

Auch der US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI seien auf der Suche nach den Brennstäben, berichtete "La Repubblica". Die Brennstäbe seien ursprünglich von den USA an einen Forschungsreaktor im damaligen Zaire geliefert worden. Nach dem Zusammenbruch des Regimes von Diktator Sese Seku Mobuto 1997 sei es auf abenteuerlichen Wegen in die Hände jener elf Mafiosi gelangt und in Italien zum Verkauf angeboten worden.

Ein Brennstab konnte von Behörde gekauft werden

Zunächst habe es sich dabei um acht Brennstäbe gehandelt, schrieb die Zeitung. Einem verdeckten Ermittler der italienischen Finanzbehörden sei es 1998 gelungen, einen der Brennstäbe von der Mafia zu kaufen. Er habe sich dabei als ein arabischer Unterhändler ausgegeben. Seitdem fehle von den sieben Brennstäben jede Spur. (APA/dpa)

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