Britische Eltern dürfen ihre Kinder weiter schlagen

8. November 2001, 16:06
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Änderung des Rechts auf "vernünftige Züchtigung" ist "unangemessen"

London - Britische Eltern dürfen ihre Kinder auch in Zukunft schlagen. Die Regierung in London verteidigte am Donnerstag das Recht auf "vernünftige Züchtigung". Eine Änderung wäre nicht "angemessen", sagte die Staatssekretärin im Londoner Gesundheitsministerium, Jacqui Smith, dem Fernsehsender GMTV. Ein Verbot der Prügelstrafe würde Vätern und Müttern nicht bei der Erziehung ihrer Kinder helfen, argumentierte sie. Sie selbst habe ihren Kindern "gelegentlich" einen Klaps gegeben, obwohl sie nicht glaube, das dies ein gutes Erziehungsmittel sei.

Scharfe Kritik

Mehrere Kinderhilfswerke übten scharfe Kritik an der Entscheidung. Die Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz von Kindern vor Gewalt, Mary Marsh, nannte die Entscheidung "skandalös". Für den Schutz von Kinderrechten bedeute der Kabinettsbeschluss einen "Rückschritt".

Landesweite Befragung

Der Abstimmung war eine landesweite Befragung zur Bestrafung von Kindern vorausgegangen. Fast zwei Drittel aller Eltern hatten sich für die Beibehaltung des bestehenden Gesetzes ausgesprochen. Grund war eine Rüge des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs: Er hatte die britische Regierung kritisiert, weil sie einen Jungen nicht vor den Stockschlägen seines Stiefvaters geschützt hatte. Der Kabinettsbeschluss gilt nur für England und Wales und nicht für Schottland, das ein anderes Gesetzessystem hat. Die Regionalregierung in Edinburgh bereitet ein Gesetz vor, welches das Schlagen von Kindern unter drei Jahren verbietet. (APA)

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