Deutsche telegate stellt Internet-Auskunft ein

8. November 2001, 15:49
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Call-Center-Betreiber stoppt "reines Verlustgeschäft" mit Jahresende

Der deutsche Call-Center-Betreiber telegate stellt sein Auskunftsangebot im Internet zum Jahresende ein. "Das war für uns ein reines Verlustgeschäft", sagte eine Sprecherin am Donnerstag in München. Gegen das kostenlose Auskunfts-Angebot der Deutschen Telekom habe das Unternehmen keine Chance gehabt. Allein im laufenden Jahr seien die Verluste aus dem Internet-Geschäft mit 14 bis 16 Mill. DM (bis zu 8,2 Mill. Euro/112,6 Mill. S) zu Buche geschlagen.

Durch den Rückzug aus dem Internet-Angebot verlieren weitere 80 telegate-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. In den vergangenen Monaten hatte telegate bereits 350 Stellen gestrichen.

Gewinnschwelle soll noch erreicht werden

Auf dem Weg aus der Verlustzone ist das Unternehmen nach eigener Einschätzung im dritten Quartal weiter voran gekommen. Im Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres solle die Gewinnschwelle erreicht werden, bekräftigte das Unternehmen. Mit 2,7 Mill. Euro (37,2 Mill. S) sei der Verlust im dritten Quartal weniger als halb so hoch ausgefallen wie in den drei Monaten zuvor. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um vier auf 32 Mill. Euro.

Geringe Verluste durch strikten Sparkurs

Das Unternehmen begründete die geringeren Verluste vor allem mit dem strikten Sparkurs. Der Kurs der am Neuen Markt notierten Aktie legte am Donnerstag um zeitweise mehr als 28 Prozent auf 3 Euro zu. In den ersten neun Monaten lag der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit 15,2 Millionen Euro allerdings um mehr als 13 Mill. Euro über dem des Vorjahreszeitraumes. telegate beschäftigt 2.600 Mitarbeiter, die meisten davon in Call Centern in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bremen.(APA/dpa)

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