Tiroler Grüne machen gegen geplantes Atommülllager in Bayern mobil

8. November 2001, 14:42
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Standort befindet sich "nicht einmal 100 Kilometer" von Grenze entfernt

Innsbruck - Gegen ein in Bayern geplantes Atommülllager haben die Tiroler Grünen am Donnerstag mobil gemacht. Der Standort im Landkreis Landshut befinde sich "nicht einmal 100 Kilometer" von der Grenze entfernt und gefährde somit auch Tirol "erheblich", kritisierte die grüne Umweltsprecherin LAbg. Maria Scheiber.

Lager für bestrahlte Brennelemente

Der deutsche Stromkonzern E.ON habe vor, dort ein Lager für bestrahlte Brennelemente aus den Atomkraftwerken Isar 1 und 2 zu errichten. In einer Betonhalle soll der Atommüll in 152 Castor-Behältern mindestens bis zum Jahr 2060 oberirdisch deponiert werden.

"Zusatzrisiko"

Dieses "Zusatzrisiko" sei trotz der "vielen Österreich umringenden Atomkraftwerke" nicht zu vernachlässigen, betonte Scheiber. In diesen Deponien befinde sich ein "Vielfaches des radioaktiven Materials" aus den Atomkraftwerken und das "bei gleichzeitig geringerem Schutz". Die "Erhöhung des atomaren Risikos" durch Atommülllager nahe der Tiroler Grenze könne vom Land und auch von den Tirolern "so nicht hingenommen" werden. "Nach den Anschlägen vom 11. September sind atomare Risiken nochmals anders zu bewerten", erklärte die Abgeordnete.

"Grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung"

Die Grünen hätten bereits an die zuständige Landesrätin Christa Gangl (S) appelliert, seitens der Landesregierung die Interessen der Tiroler Bürger durch eine Einwendung des Landes zu vertreten. Auch alle Tiroler könnten im Zuge einer "grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung" bis zum kommenden Montag gegen dieses "inakzeptable Vorhaben" Einspruch erheben. Die Einsendungen sollen an das Bundesamt für Strahlenschutz, Postfach 100149, D 38201 Salzgitter gerichtet werden. Unter www.tirol.gruene.at kann darüber hinaus ein Formblatt der "Oberösterreichischen Plattform gegen Atomgefahr" zur Erhebung von Einwendungen heruntergeladen werden. (APA)

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