Uni-Reform: SPÖ für "Volksabstimmung an den Unis"

8. November 2001, 14:21
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Wissenschaftssprecher Niederwieser für Einführung eines Uni-Rankings

Wien - Eine "Volksabstimmung an den Universitäten" über die Eckpunkte der Hochschul-Reform fordert SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Bei grundlegenden Änderungen der "Baugesetze" der Bundesverfassung sei in Österreich eine Volksabstimmung vorgesehen. Nichts anderes geschehe aber nun an den Hochschulen: Bei den Plänen des Bildungsministeriums zur Uni-Autonomie handle es sich um eine grundlegende Änderung - deswegen sollten Studenten und Personal via Internet über die neue Uni-Gestaltung abstimmen können, betonte Niederwieser bei einer Pressekonferenz.

"Das ist nicht mehr die Uni, die von den Angehörigen in gemeinschaftlichem Zusammenwirken geführt wird", meinte der SPÖ-Abgeordnete zum Modell des Bildungsministeriums. Vielmehr ähnle dieses einem Konzernbetrieb mit einem starken Aufsichtsrat. Seinen Plan habe er bereits Rektoren-Chef Georg Winckler vorgelegt, der allerdings vorerst "nicht begeistert" gewesen sei. Der Vorschlag soll aber bei der nächsten Sitzung der Rektoren-Konferenz beraten werden.

Auf mehr Gegenliebe ist ein weiterer Vorschlag Niederwiesers gestoßen: In Zusammenarbeit mit dem deutschen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) könne ein Hochschul-Ranking erstellt werden, bei dem die Ausbildung in bestimmten Fachrichtungen an österreichischen Unis untereinander bzw. an österreichischen Universitäten mit deutschen Hochschulen verglichen wird. Diese Aufstellung würde als wichtige Informationsquelle für Erstsemestrige dienen und stelle gleichzeitig ein Instrument zur Qualitätssicherung dar, so der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Über die Übernahme des Modells habe es bereits Gespräche mit dem Bildungsministerium gegeben.

Das Ranking des privaten CHE wird laut Niederwieser jährlich mit einem Aufwand von nur einer Million Mark (511.292 Euro/7,04 Mill. S) erarbeitet. Einbezogen werden Fakten und Urteile von Studenten und Professoren. Dabei erstellt das Institut aber keine Liste mit Plätzen von eins bis 200, sondern, fasst die einzelnen Fachbereiche (Juristen-Ausbildung, Philosophie-Ausbildung, etc.) in verschiedenen Leistungs-Gruppen zusammen. Die Daten der einzelnen Zweige werden nicht zu einer Gesamtpunktezahl verrechnet - genau genommen wird damit also kein Uni-Ranking erstellt, sondern ein Fachbereichs-Ranking. (APA)

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