58 Prozent der Österreicherinnen fühlen sich nicht gleichberechtigt

8. November 2001, 15:13
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Auszüge aus der aktuellen Gallup-Umfrage für "Woman"

Wien - Für die erste Ausgabe von "Woman" hat das österreichische Gallup-Institut eine aktuelle Umfrage bei Österreichs Frauen durchgeführt. Erhoben wurde die Einstellung der Österreicherinnen zu Politik, Familie, Berufssituation und Partnerschaft.

Die Mehrheit der österreichischen Frauen fühlt sich gegenüber den Männern nach wie vor nicht gleichberechtigt. Nur 39 Prozent der Österreicherinnen glauben, dass in Österreich Gleichberechtigung herrscht. 58 Prozent sagen: Österreichs Frauen sind nicht gleichberechtigt. Frauen fühlen sich vor allem im Beruf ungleichberechtigt: 79 Prozent der Österreicherinnen sehen im Einkommen zwischen den Geschlechtern gröbere Ungerechtigkeiten. Am ehesten sei Gleichberechtigung in der Familie erreicht (nur 31 Prozent finden das nicht).

63 Prozent wollen mehr Frauen in der Politik

63 Prozent der Österreicherinnen wünschen sich mehr Frauen in der Politik, von diesen 89 Prozent ausdrücklich eine Frau als Frauenministerin und 72 Prozent eine Frau als Bundespräsidentin.

Unter den österreichischen PolitikerInnen, die sich nach Meinung der Österreicherinnen am meisten für Frauen einsetzen, erreicht Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer mit 37 Prozent erstmals ganz klar Rang 1, gefolgt von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (31 Prozent) und Madeleine Petrovic (27 Prozent).

Frauen als Politkerinnen erwünscht

Deutlich abgeschlagen liegen bei der Frage, welche PolitikerInnen sich am meisten für Frauen einsetzen, die Männer: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erreicht nur einen Wert von 23 Prozent, Sozialminister Haupt (für Frauenagenden zuständig) liegt mit 18 Prozent Zustimmung in dieser Frage gar nur an letzter Stelle.

71 Prozent wünschen mehr Chancengleichheit am Arbeitsplatz

Bei den Wünschen an die PolitikerInnen liegt den Frauen vor allem die Arbeitsplatzpolitik am Herzen: 73 Prozent der Frauen wünschen sich primär Sicherheit der Arbeitsplätze, 71 Prozent mehr Chancengleichheit am Arbeitsplatz.

Auch bei den familienpolitischen Maßnahmen wird vor allem eine Verbesserung der Situation am Arbeitsplatz gewünscht. An erster Stelle der familienpolitischen Wünsche liegt mit 54 Prozent ,ein besserer Wiedereinstieg für Mütter in den Beruf", danach mit 50 Prozent "mehr Angebot für Teilzeitarbeit".

Das neu eingeführte Kindergeld liegt mit nur 34 Prozent bei den von den Frauen als wichtig eingestuften familienpolitischen Maßnahmen an letzter Stelle.

Probleme in der Partnerschaft

Größtes Problem in der Partnerschaft ist in den Augen der Frauen die fehlende Zeit: 47 Prozent sagen, ihr größtes Problem zu Hause sei "zu wenig Zeit füreinander zu haben", 39 Prozent klagen über "zu wenig Hilfe des Partners im Haushalt", nur 20 Prozent haben "zu wenig guten Sex".

54 Prozent der Österreicherinnen sind mit ihrer Ehe/Partnerschaft sehr zufrieden, 42 Prozent weniger, nur 4 Prozent gar nicht.

Überraschendes Ergebnis: Nur 56 Prozent der Österreicherinnen würden ihren Partner noch einmal heiraten, 11 Prozent würden ihren Partner nicht mehr heiraten, obwohl sie nicht an Scheidung denken, 12 Prozent überlegen eine Scheidung und würden Partner deshalb nicht mehr heiraten, 21 Prozent antworten auf die Frage "weiß nicht".

Gutes Aussehen bei Männern nicht wichtig

Auf die Frage nach den Eigenschaften, die österreichische Frauen bei einem Mann besonders wichtig sind, antwortet die große Mehrheit (87 Prozent) mit "gegenseitiges Vertrauen und Treue". Für weitere 81 Prozent ist es wichtig, dass der Partner "Verständnis hat und dass er gut zuhören kann", für 73 Prozent dass er "Familiensinn hat und ein guter Vater ist".

Nur 27 Prozent der Österreicherinnen ist es wichtig, dass ihr Wunsch-Mann eine "gute berufliche Position und ein hohes Einkommen" hat. Nur für 41 Prozent ist wichtig, dass der Partner für "guten Sex" sorgen kann. Und gar nur 21 Prozent nennen "gutes Aussehen" als wichtiges Kriterium für einen Mann.

Beliebteste Frau im Land: Christiane Hörbiger

Bei den Frauen, die die Österreicherinnen am ehesten als Vorbild sehen und deren Typ ihnen am besten gefällt, führt international nach wie vor Mutter Theresa mit 16 Prozent vor Julia Roberts mit 15 Prozent und Uschi Glas mit 11 Prozent.

Bei den Österreicherinnen mit Vorbildfunktion liegt Christiane Hörbiger mit 16 Prozent an 1. Stelle, auf Platz 2 folgt Barbara Stöckl mit 14 Prozent und auf Platz 3 die bestplazierte Politikerin, Benita Ferrero-Waldner. (red)

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