Forschungshierarchie als Testosteron- Pyramide

8. November 2001, 14:19
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EU-weit gibt es mehr weibliche als männliche StudentInnen - mit steigendem akademischem Grad sind jedoch immer weniger Frauen vertreten

Luxemburg/Wien - Der Anteil weiblicher StudentInnen liegt EU-weit bereits über dem ihrer männlichen Kollegen, in der öffentlichen Forschung sind Frauen dagegen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Eurostat-Studie machten Frauen in der Hochschullehre in der Gemeinschaft 1999 gerade einmal 26 Prozent aus.

Österreich liegt hier mit 23 Prozent noch unter dem Durchschnitt. Noch niedriger sind laut Eustat die Anteile von Frauen an der akademischen Forschung in Deutschland (neun Prozent), Irland (zwölf Prozent), Belgien (14 Prozent) und in den Niederlanden (15 Prozent). Die höchsten Werte hatten Finnland (36 Prozent) und Schweden (33 Prozent).

Im Detail

Schlüsselt man die HochschullehrerInnen nach akademischen Graden auf, wird deutlich, dass die Luft für Frauen mit jeder akademischen Stufe dünner wird. So waren EU-weit 32 Prozent aller Assistenzprofessuren mit Frauen besetzt, jedoch nur 28 Prozent der außerordentlichen und gar nur elf Prozent aller Ordinariate. Nach Wissenschaftszweigen getrennt betrachtet, haben Frauen in der Medizin mit 33 Prozent (Österreich: 32 Prozent) noch den höchsten Anteil. Es folgen die Geistes- und Sozialwissenschaften mit 32 Prozent (Österreich: 33 Prozent), die Agrarwissenschaften mit 28 Prozent (Österreich: 31 Prozent), Naturwissenschaften mit 23 Prozent (Österreich: 18 Prozent) und abgeschlagen die Ingenieurwissenschaften und Technologie mit zwölf Prozent (Österreich neun Prozent). (APA)

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