Schwarze Löcher können zum Blitzen gebracht werden

11. November 2001, 19:49
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Laut deutschen Astronomen im sichtbaren wie auch im Röntgen-Bereich

München - Von den Schwarzen Löchern gehen vermutlich Materienströme aus, in denen optische Strahlung entsteht. Dies haben Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München und für Astrophysik festgestellt.

Die Wissenschafter hatten einen rund 6.000 Lichtjahre entfernten Himmelskörper (XTE J118+480) beobachtet, bei dem ein Schwarzes Loch mit der sechsfachen Sonnenmasse vermutet wird. Von einem Begleitstern strömt Gas in das Schwarze Loch und gelangt in den "kosmischen Mahlstrom", teilte die Max-Planck-Gesellschaft am Donnerstag in München mit. Komme es hierbei zu Störungen, bei denen größere Gaswolken in das Schwarze Loch hinein stürzen, strahle das Gas einen intensiven Röntgenblitz ab.

Millisekundenbereich

Die Garchinger Forscher hatten den Stern XTE J118+480 im Röntgenbereich und im sichtbaren Lichtbereich gleichzeitig mit zwei Teleskopen beobachtet. Es gelang ihnen, schnelle Variationen der Röntgenstrahlung und des optischen Lichts im Millisekundenbereich miteinander zu verknüpfen. Nach jedem Röntgenausbruch sei nach einer Zehntelsekunde ein Helligkeitsanstieg im sichtbaren Bereich festgestellt worden.

Die Forscher interpretieren diese Beobachtung als Hinweis auf einen Materieausfluss vom Schwarzen Loch. Danach sollen Magnetfelder einen Teil des auf das Schwarze Loch zuströmenden Gases umlenken und beschleunigen. Wenn eine Gaswolke in Richtung des Schwarzen Lochs falle, gerate Materie in den abströmenden Gaststrom. In diesem bilden sich dann Wellen, die die beobachteten Lichtblitze aussenden. (APA/dpa)

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