Krach beim FC Barcelona nach Cup-Out

9. November 2001, 16:00
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Die Sieger feierten im Leichenwagen

Barcelona (APA/dpa) - Das überraschende Ausscheiden des FC Barcelona aus dem spanischen Fußball-Cup beim Drittligisten UE Figueras hat einen heftigen Krach beim 16-fachen Meister ausgelöst. Der argentinische Stürmer Javier Saviola, im Sommer für eine Ablösesumme von 60 Millionen Mark (30,7 Mio. Euro/422 Mio. S) als neuer Star verpflichtet, legte sich mit Trainer Carles Rexach und dem Klubvorstand an.

Dem Vizepräsidenten Angel Fernandez, der sich bei den Fans für die Darbietung der Mannschaft entschuldigt hatte, hielt "el conejo" (das Kaninchen) entgegen: "Mit solchen Äußerungen ist niemandem geholfen." Rexach hatte den Argentinier vor der 0:1-Schlappe in Figueras damit angespornt, dass Saviola seine Klasse unter Beweis stellen sollte. Der 19-jährige Jungstar meinte dazu: "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Spieler eine Partie allein gewinnt."

Die Sportzeitung "Marca" berichtete am Freitag, der Trainerstuhl von Rexach beginne zu wackeln. Als möglicher Nachfolger sei Arsene Wenger von Arsenal London im Gespräch. Die Konkurrenz-Zeitung "As" lästerte unter Anspielung auf den Weggang des Portugiesen Luis Figo, der Barca vor einem Jahr in eine Krise gestürzt hatte: "Auf Figo folgte Figueras."

Der siegreiche UE Figueras feierte seinen Cup-Triumph auf makabre Weise. Klubpräsident Albert Dominguez und Manager Xavier Xinxo fuhren mit einem Leichenwagen aus dem Stadion und starteten eine feuchtfröhliche Tour durch die Stadt. Der Leichenwagen, der einem Fan gehört, war zuletzt zu einem "Maskottchen" des Vereins geworden. Bei allen Spielen, zu denen dieser Fan mit seinem Fahrzeug vorfuhr, hatte Figueras gewonnen.(APA)

Ergebnisse vom Mittwoch (2. Runde):

  • Figueras - FC Barcelona 1:0 n.V.,
  • Marino (3.) - Deportivo La Coruna 1:4
  • Gramamet (3.) - Osasuna 1:2
  • Compostela (3.) - Alaves 1:2
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