Vietnam: Schießbefehl auf "gefährliche" Elefantenherde

8. November 2001, 12:59
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12 Menschen sollen die bedrängten Tiere bisher getötet haben - Verlegung in Naturreservat

Hanoi - In Vietnam soll eine Herde aus schätzungsweise acht oder neun Tieren in ein Natureservat verlegt werden - und zwar unter besonderen Vorkehrungen. "Zur Selbstverteidigung" sei es nämlich durchaus gerechtfertigt, auf die Tiere zu schießen, wird der vietnamesische Ministerpräsident Phan Van Khai zitiert. Die Herde gilt nämlich als gefährlich, soll in der Provinz Binh Thuan seit 1998 angeblich zwölf Menschen getötet haben.

Noch in diesem Monat sollen Elefantenführer aus Malaysia die Tiere ausfindig machen und fangen, um sie in einen rund 250 Kilometer entfernten Naturpark an der kambodschanischen Grenze zu bringen - eine beiderseits gefährliche Aktion: Bei einem ähnlichen Versuch 1993 waren ein Fachmann aus Singapur zu Tode getrampelt worden und mehrere Tiere an einer Überdosis Betäubungsmittel gestorben.

Hintergrund: Der Lebensraum von Vietnams wild lebenden Elefanten wird durch Abholzung und Bevölkerungszuwachs immer kleiner und zwingt die Tiere dadurch in die Nähe von Menschen. (APA/dpa)

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