Bei Schering blüht "Jasmyn"

8. November 2001, 18:58
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Neue "Pille" übertrifft Erwartungen - Rekordergebnis in Sicht

Berlin - Der Pharmakonzern Schering steuert ungeachtet der Gewinnwarnungen zahlreicher Mitbewerber auf ein neues Rekordergebnis zu - das sechste in Folge. Nach einem Konzerngewinn im Vorjahr von 336 Millionen Euro (4,6 Mrd. Schilling) rechnet das Berliner Unternehmen heuer mit einem Ergebnissprung um mehr als 20 Prozent auf deutlich über 400 Mio. Euro.

"Wir sind sehr gut unterwegs", sagte der Vorstandsvorsitzende der Schering AG, Hubertus Erlen, am Donnerstag bei der Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal. "Wir haben einen guten Mix aus bewährten Produkten und Neuentwicklungen, die uns nun zusätzliches Geld bringen." Dazu gehöre das neu entwickelte Kontrazeptivum namens Jasmyn, das die Verkaufserwartungen bisher übererfüllt habe. Das Präparat, das im Gegensatz zu herkömmlichen Verhütungspillen Gewichtsprobleme ausschließen soll, ist seit dem Vorjahr am deutschen Markt. In Belgien, Skandinavien und den USA wurde es vor wenigen Monaten eingeführt. Die Nachfrage sei so groß, dass man mit der Produktion kaum nachkomme.

Vermarktung in Österreich frühestens 2003

Die Folge sei, dass Jasmyn in Österreich und anderen Ländern "frühestens 2003 vermarktet werden könne", sagte Schering-Finanzvorstand Klaus Pohle dem STANDARD. "Wir sind dabei, die Produktionskapazitäten auszubauen."

Mit der geplanten Konzentration der weltweiten Pharmaproduktion auf 14 Standorte sei man "voll im Plan", sagte Erlen. Wie berichtet, will Schering bis 2005 sechs Werke schließen, darunter auch die Produktion in Wien-Penzing. Die Chancen, dass sich in Wien ein Käufer findet, seien leicht gestiegen, sagte Österreich-Geschäftsführer Siegfried Mayerhofer. "Die Wahrscheinlichkeit beträgt 50 Prozent." Sollte sich bis Ende 2002 kein Interessent mit einem attraktiven Angebot finden, werde Schering die Wiener Produktion Ende 2003 auslaufen lassen. Die Salbenproduktion soll nach Mailand verlagert werden, was 60 der insgesamt 180 Wiener Mitarbeiter den Job kostet. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe 9.11.2001)

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