Deutsche "Firmenbestatter" in Klagenfurt verurteilt

8. November 2001, 11:32
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Als Spezialisten für Firmensanierung aufgetreten

Klagenfurt - Wegen gewerbsmäßigen, schweren Betrugs wurden am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt zwei Deutsche, die als Firmensanierer auftraten und sich stattdessen als "Firmenbestatter" erwiesen, zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. Der 39-jährige Kopf der organisierten Wirtschaftskriminellen "kassierte" 20 Monate, davon vier unbedingt, sein 47-jähriger Komplize in untergeordneter Funktion 15 Monate, davon drei unbedingt. Die Angeklagten aus Berlin nahmen die Richtersprüche an.

Mit einem immer wiederkehrenden Muster wollten sich die beiden Angeklagten und drei Komplizen, die noch flüchtig sind, Einnahmen verschaffen: Per Zeitungsinserat suchten sie nach konkursreifen Firmen. Dann gaben sie vor, die Unternehmen sanieren zu wollen, übernahmen diese mit allen Verbindlichkeiten und kassierten dafür Provisionen. Doch von einer Sanierung war dann nichts zu bemerken, vielmehr veräußerten sie den Firmenbesitz. Die Schulden der jeweiligen Unternehmen deckten sie allerdings nicht ab.

In Klagenfurt wurden nur die drei Kärntner Fälle ihrer kriminellen Tätigkeit abgeurteilt, wobei Firmen in Velden, Klagenfurt und Villach "saniert" wurden und ein Schaden von über einer halben Million Schilling entstand. "Insgesamt haben sie in ganz Österreich mindestens 20 Firmen auf die geschilderte Weise übernommen und zu Grabe getragen", so Staatsanwalt Friedrich Borotschnik.

"Dabei ermittelt die Staatsanwaltschaft St. Pölten noch, bisher sind etwa 15 Millionen Schilling Schaden, der in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark entstand, bekannt. Auch die Kollegen in Halle an der Saale haben ein Verfahren eingeleitet, weil die Männer in der Deutschland ebenfalls tätig waren", führte der Staatsanwalt aus. Weitere Prozesse stehen den beiden "Firmenbestattern" somit noch ins Haus.(APA)

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