Diözese Linz startet Gleichstellungsprojekt für Frauen

8. November 2001, 11:27
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Weiblicher Führungsnachwuchs soll speziell gefördert werden

Linz - Ein Projekt zur Gleichstellung von Frauen im hauptberuflichen kirchlichen Dienst startet jetzt die Diözese Linz. Man will damit unter anderem auch dem Missverhältnis zwischen der Zahl der weiblichen Beschäftigten einerseits und deren "Karriere-Chancen" andererseits entgegen wirken. Details wurden bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz präsentiert.

In den fünf wichtigsten Ämtern und Bereichen der katholischen Kirche Oberösterreichs sind derzeit 1.616 Frauen und 549 männliche Laien hauptberuflich tätig. In den höchsten Leitungsgremien sind hingegen überhaupt keine Frauen vertreten, auch auf der "zweiten Leitungsebene" gibt es nur 15 Prozent weibliche Chefs. Und auch in der Gehaltsverteilung seien die Frauen benachteiligt, erläuterten Bischofsvikar Josef Mayr und die diözesane Frauenbeauftragte Irmgard Lehner bei der Pressekonferenz.

Daher wird jetzt ein diözesaner "Pool für Nachwuchsführungskräfte" geschaffen, wobei gezielt junge Frauen angesprochen werden sollen. Weiters werden die Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung ausgebaut. Auch werden die Möglichkeiten eines betrieblichen Kinderbetreuungsangebots geprüft.

Es gehe aber auch, so wurde bei der Pressekonferenz betont, um einen "Bewusstseinsbildungsprozess gegen Rollenbilder, die die Chancengleichheit und wirkliche Wahlfreiheit von Männern und Frauen verhindern". Dazu Lehner: "Eine gerechte Aufteilung von Haushaltsarbeit und Betreuungspflichten ist Grundlage für Gleichstellung im Beruf". Der "Mythos vom Familienerhalter und der Dazuverdienerin" sei nicht mehr zeitgemäß.

In einem Punkt allerdings schränkte die Frauenbeauftragte der Diözese ein: "Wir machen in der katholischen Kirche von Oberösterreich, was auf dieser Ebene im Hinblick auf die Gleichstellung der Frau möglich ist, weltkirchlich stehen diese Bemühungen, etwa auch um die Priesterweihe für Frauen, derzeit leider". (APA)

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