Italienische Bischofskonferenz warnt vor Eheschließungen zwischen Katholiken und Moslems

8. November 2001, 11:25
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"Für uns ist die Ehe ein Sakrament"

Rom - Die italienische Bischofskonferenz warnt vor Ehen zwischen Katholiken und Moslems. Nach Angaben der katholischen Tageszeitung "L'Avvenire" ("Zukunft"), Sprachrohr der italienischen Bischofskonferenz (CEI), will die Bischofskonferenz ein Dokument an die Diözesen richten, in dem man bei der Schließung einer Ehe zwischen Partnern unterschiedlicher Religionen zu "extremer Vorsicht" rät.

"Für uns ist die Ehe ein Sakrament, für die Moslems ist sie ein privater Vertrag", betonte Vittorio Ianari, der im Rahmen der CEI für den Dialog mit anderen Religionen zuständig ist. Das größte Problem in den gemischten Ehen sei "der Unterschied in den Rechten zwischen Mann und Frau". Aber auch die Erziehung der Kinder sei Ursache zahlreicher Konflikte. Die Bischofskonferenz empfahl in diesem Zusammenhang, dass die Diözesen Personen, die trotz unterschiedlicher Religionen doch eine Ehe schließen, eine besonders "weise Begleitung" garantieren sollten.

Die Warnungen der Bischofskonferenz stützen sich auf jüngst veröffentlichte Daten, aus denen hervorgeht, dass pro Jahr 1.200 italienische Frauen Moslems heiraten. In nur seltenen Fällen heiraten diesen Angaben zufolge italienische Männer Frauen unterschiedlicher Religionen. 40 Prozent dieser gemischten Ehen werden in den industriereichen Regionen des Nord-Ostens abgeschlossen, in denen die Einwanderung besonders stark ist. In Italien leben 150.000 Paare unterschiedlicher Religionen. Die Scheidungsrate ist nach Angaben von "L'Avvenire" drei Mal so hoch als bei katholischen Ehepaaren. (APA)

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