Atomgegner fordern "internationale Informationsoffensive"

8. November 2001, 10:28
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Berichte über Sicherheitsmängel sollen auch an Bush und Putin gehen

Linz - Eine "internationale Informationsoffensive" über die Sicherheitsmängel beim AKW Temelin fordern jetzt die Atomgegner in einem offenen Brief an Bundespräsident Thomas Klestil und die österreichische Bundesregierung. Die Informationen sollten bis zu US-Präsident Georg W. Bush und zum russischen Präsidenten Wladimir Putin gehen, da es sich beim AKW Temelin um einen Reaktor sowjetischer Bauart mit amerikanischer Technologie handelt.

Die österreichische Bundesregierung habe im Rahmen des so genannten "Melker Prozesses" vom Institut für Risikoforschung der Universität Wien mit Millionenaufwand einen Sicherheitsbericht zum AKW Temelin erstellen lassen. Darin seien die Experten zu dem Schluss gekommen, dass eine Inbetriebnahme Temelins nicht verantwortbar sei und dass nicht einmal eine Beladung des Reaktors mit Brennstäben zulässig gewesen wäre.

Internationale Öffentlichkeit

Dieser Bericht solle nun umgehend der "internationalen Öffentlichkeit" zur Kenntnis gebracht werden, einerseits bei einem einzuberufenden Temelin-Gipfel und andererseits durch Übermittlung an Regierungen und sonstige Entscheidungsträger, verlangt die Plattform gegen Atomgefahr in dem offenen Brief. Neben Bush und Putin sollten auch EU-Kommissionspräsident Prodi, das Europäische Parlament, alle Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten sowie der französische Atomkonzern EdF als möglicher Käufer des Temelin-Betreibers CEZ und die Weltgesundheitsorganisation WHO erhalten. (APA)

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