BWT ordnet Konzernstruktur nach Christ-Übernahme neu

8. November 2001, 12:48
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Ergebnisziel 2001 durch Investitionen von sechs Millionen Euro belastet - Christ-Übernahme soll ab 2002 aber Ergebnisverbesserung bringen

Wien - Das börsenotierte oberösterreichischische Wasseraufbereitungsunternehmen BWT AG mit Sitz in Mondsee strukturiert nach der Übernahme der Schweizer Christ AG den Konzern um. Ab 1. Jänner 2002 wird die Christ AG eine 100-Prozent-Tochter der BWT AG. In diese neue Tochtergesellschaft werden die Aktivitäten des bisherigen Tätigkeitsfeldes "Aqua Systems Technologies" (AST) einfließen, teilte Karl Michael Millauer, neben Jürgen Hills und Rene Korner einer der drei Christ-Vorstände, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien mit.

Die in erster Linie auf industrielle Wasser-Technologien spezialisierte AST-Gruppe soll künftig von der Christ-Zentrale in Basel aus koordiniert werden. Vor allem durch die Zusammenlegung von Einkauf, Vertrieb, Marketing - weltweit unter der bereits etablierten Wassermarke "Christ" - sowie Forschung & Entwicklung (F&E) erwarten sich Millauer und BWT-Vorstandsvorsitzender Andreas Weißenbacher enorme Synergieeffekte. Ziel sei es, in jedem Land nur noch eine Christ-Gesellschaft zu haben.

Aufteilung der Tätigkeitsfelder

Die "Aqua Systems Technologies" war bisher das zweitgrößte Tätigkeitsfeld der BWT und in der Pharma- und Halbleiterindustrie sowie in der Kraftwerk- und Getränkeindustrie stark vertreten. Künftig soll der Bereich Pharma bei Christ Deutschland konzentriert werden, der Bereich Semicon bei Christ Schweiz, das Geschäftsfeld Industrial Waste Water bei Christ Goema (D), Food & Beverage bei Van der Molen (D) und der Bereich Power bei Christ Water Technology (UK). Wie schon bisher bleibt das Geschäftsfeld Municipial Drinking Water & Sewage Plants bei der Aqua Engineering in Mondsee.

Durch die Umstrukturierung soll der Personalbestand um 70 Personen sinken, zwei deutsche Standorte (Kempenich und Stelle) werden geschlossen.

Ergebnis durch Investitionen belastet

Die dazu erforderlichen Investitionen in Höhe von 6 Mill. Euro werden das Ergebnis der BWT-Gruppe 2001 belasten. Anstatt der bisher geplanten 20 Mill. Euro werde sich das Ergebnis heuer nur auf dem Vorjahresniveau von 15 Mill. Euro (206 Mill. S) bewegen. Ab 2002 rechnet Weißenbacher jedoch mit einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung von 6 Mill. Euro jährlich. Die Dividende für das laufende Geschäftsjahr bleibt wie geplant auf Vorjahresniveau. Derzeit hält BWT 93,46 Prozent der Christ-Aktien.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001 hat BWT das Betriebsergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 19,9 (1-9/2000: 17,7) Mill. Euro verbessert, das Ergebnis nach Steuern fiel mit 12 (11) Mill. Euro um 9 Prozent besser aus. Der Umsatz lag mit 311,3 Mill. Euro um 10 Prozent über dem Vergleichswert von 282,3 Mill. Euro, teilte BWT mit.

2002 Ergebnisverbesserung erwartet

Für 2002 rechnet der BWT-Vorstand durch die Synergieefekte im Geschäftsbereich AST und "auf Basis einer sich nicht weiter verschlechternden Wirtschaftslage" mit einer Ergebnisverbesserung auf 24 Mill. Euro, das wäre ein Plus von 60 Prozent.

Weißenbachers Ziel sei es, weltweit in jedem Geschäftsfeld unter die Top 3 zu kommen bzw. zu bleiben. Die BWT-Gruppe wolle auch weiterhin durch Innovationen - vor allem in der Membrantechnologie - wachsen.(APA)

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