Schnee im Gepäck

13. November 2001, 11:10
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Arthur Oberascher, Chef der Österreich Werbung, über den bevorstehenden Rekordwinter, Hüttenromantik in Kopenhagen und das neue Austria & More-Programm

Die Tourismuswirtschaft steuert auf einen Superwinter zu. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr mit 12,1 Mio. Ankünften, 55,3 Mio. Nächtigungen und einem Umsatz von 115 Mrd. Schilling (8,3 Mrd. Euro) scheint in den bevorstehenden Wintermonaten greifbar nahe - trotz der Flugangst, die sich in den Köpfen vieler Urlaubshungriger als Folge der Terroranschläge vom 11. September festgesetzt hat.

Zum einen dürften viele von Fernweh geplagte Zeitgenossen heuer im Land bleiben statt Weihnachten und Neujahr am Karibikstrand zu verbringen. Zum anderen sollten vermehrt Urlaubsgäste aus den umliegenden Ländern zum Frische-Luft-Schnappen nach Österreich kommen. Der Ausfall amerikanischer und japanischer Gäste dürfte damit kompensiert werden.

"Lange vor den Ereignissen des 11. September haben wir begonnen, Nahmärkte wie Deutschland, Schweiz, Italien und die angrenzenden Länder Mittel- und Osteuropas intensiver zu bearbeiten", sagt der Chef der Österreich Werbung (ÖW), Arthur Oberascher. Dort sei für Österreichs Tourismuswirtschaft am meisten zu holen. Aber: "Die Gäste wollen verstärkt zuhause abgeholt werden." Die ÖW trage dem Rechnung, "indem wir zum Beispiel Winteropenings von Hamburg bis Kopenhagen machen, Tonnen von Schnee dorthin karren und versuchen, so etwas wie Hüttenromantik hinzuzaubern", sagte Oberascher. Das solle Lust auf Urlaub in Österreich machen und der Zuspruch zeige, dass man richtig liege.

Aufgrund der Terroranschläge vom 11. September habe man die Bemühungen um Gäste aus den umliegenden Ländern noch verstärkt. An Geldern stehen der ÖW für die Nahmärkte nun mit 19 Mio. Schilling um vier Millionen mehr zur Verfügung. Dafür wurde die Werbung auf den Fernmärkten drastisch zurückgefahren.

Zur Ankurbelung des Städtetourismus, der unter der anhaltenden Flugangst am meisten leidet, fließen zusätzlich drei Millionen Schilling aus dem Bundesbudget in die Werbung. Die Städte ihrerseits geben rund zwei Millionen Schilling zusätzlich aus.

Obwohl der Winter noch gar nicht begonnen hat, denkt Oberascher bereits an den Sommer: "Österreichs Winterkompetenz ist unumstritten. Wir haben ein junges, zahlungsfreudiges Publikum, das wir jetzt auch für den Sommer gewinnen wollen." Analog dem Vielfliegerprogramm Miles & More, das Fluggästen handfeste Vorteile bietet, sollen Wintergästen, die Österreich auch im Sommer besuchen, mit dem Programm Austria & More Vergünstigungen und Zusatznutzen bekommen. Kooperationspartner sei die Hoteliersvereinigung, aber auch aus anderen Wirtschaftszweigen, etwa dem Telekombereich, sei Mitarbeit zugesagt worden, sagte Oberascher. Günther Strobl
Der Standard/Rondo/09/11/2001

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