Haftstrafe für Ex-Promotor der "Drei Tenöre"

8. November 2001, 10:19
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Über vier Jahre Haft für bereits mehrfach Inhaftierten

Leipzig - Für den einstigen Impresario der "Drei Tenöre", Matthias Hoffmann, bleibt es bei einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten. Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig verwarf am Mittwoch die Revision der Staatsanwaltschaft als unbegründet. Das Landgericht Mannheim hatte den Konzertveranstalter in zwei Entscheidungen im Dezember 1998 und im Januar 2001 wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe sowie Betruges verurteilt.

In den vergangenen Jahren mehrfach inhaftiert

Der in den vergangenen Jahren mehrfach inhaftierte und entlassene Hoffmann ist derzeit ein freier Mann, weil er zwei Drittel einer ersten Strafe von drei Jahren und sechs Monaten bereits verbüßt hat, wie sein Anwalt Alexander Keller in Heidelberg sagte. Der Konzertveranstalter muss aber mit einer erneuten Ladung zum Haftantritt rechnen, um den Rest seiner Gesamtstrafe abzusitzen. Die Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten war aus mehreren Einzelstrafen gebildet worden.

Revision der Staatsanwaltschaft abgelehnt

Die Staatsanwaltschaft war in Revision gegangen, weil ihr die Gesamtfreiheitsstrafe nicht hoch genug schien. Hoffmann hatte ebenfalls Revision beantragt, seinen Antrag aber am vergangenen Freitag zurückgezogen. Das Mannheimer Landgericht hatte dem Konzertveranstalter in seinem zweiten Urteil einen Steuerschaden von 12,5 Millionen Mark (6,4 Mio Euro) zur Last gelegt. In den Strafverfahren war es unter anderem um die Hinterziehung von Künstlereinkommensteuer für die "Drei Tenöre" Jose Carreras, Placido Domingo und Luciano Pavarotti gegangen.

Hoffmann saß vor dem ersten Urteil 17 Monate in Untersuchungshaft. Im November 2000 war er im hessischen Dieburg erneut inhaftiert worden. Die Mannheimer Richter hatten dem Konzertveranstalter seinerzeit zugute gehalten, dass der Steuerschaden wieder gutgemacht worden sei. (APA/dpa)

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