Bush und Blair ziehen positive Zwischenbilanz des Krieges

8. November 2001, 10:19
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Britischer Premier: Luftangriffe allein reichen nicht

Washington - Der britische Premierminister Tony Blair hat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident George W. Bush gesagt, dass die Luftangriffe gegen die Taliban nicht ausreichen würden, um die definierten Ziele zu erreichen.

"Ich glaube, dass die Menschen wissen, dass die Strategie mehr umfassen muss als Luftangriffe allein. Dennoch darf man nicht die enormen Schäden unterschätzen, die zurzeit den Fronttruppen der Taliban zugefügt werden, denn dort wird die Luftmacht eingesetzt", erklärte Blair am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington. Man werde nun aber auch "andere Optionen" erwägen.

Militärische Strategie in Afghanistan

Blair war am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in Washington mit Bush zusammengetroffen, um den Stand des Krieges gegen den Terrorismus zu erörtern. Themen waren nach Angaben der beiden Politiker die militärische Strategie in Afghanistan, die Hilfsmaßnahmen für die Zivilbevölkerung und die politische Zukunft des Landes nach einer Entmachtung der Taliban. Blair vertrat die Auffassung, die internationale Anti-Terror-Koalition sei stärker denn je. Der Premier war der zweite europäische Spitzenpolitiker innerhalb von zwei Tagen, den Bush traf. Am Dienstag war der französische Staatschef Jacques Chirac im Weißen Haus zu Gast gewesen.

Zusagen und Entschlossenheit der Europäer seien echt und absolut

Bush und Blair zogen insgesamt eine positive Zwischenbilanz des Krieges gegen den Terrorismus. Beide unterstrichen wiederholt ihre Entschlossenheit, den Kampf zu Ende zu führen. Blair vertrat die Auffassung, Zusagen und Entschlossenheit der Europäer für die Anti-Terror-Koalition seien echt und absolut.

Am Donnerstag trifft Bush seinen brasilianischen Amtskollegen Fernando Henrique Cardoso. Am Abend (Ortszeit) will er sich außerdem mit einer Rede über den Zivilschutz an die US-Bevölkerung wenden. (APA/Reuters/dpa)

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