Brasilien verliert und zittert weiter

9. November 2001, 10:55
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Paraguay und Ecuador als 23. und 24. Nation zur WM nach Südkorea und Japan

Wien - Nicht nur der dreifache Fußball-Weltmeister Deutschland, sondern auch der vierfache Champion Brasilien muss nach der 1:3-Niederlage am Mittwoch in La Paz gegen Bolivien noch um die Teilnahme an der WM-Endrunde 2002 bangen, was allerdings noch mehr für den zweifachen Titelträger Uruguay gilt. Die Entscheidung, wer aus der Südamerika-Gruppe mit einem Fix-Ticket außer Argentinien, Paraguay und Ecuador nach Südkorea/Japan reisen darf, fällt erst am 14. November. Dann empfängt Brasilien in Sao Paulo Venezuela, Uruguay hat Argentinien in Montevideo zu Gast und Kolumbien will die kleine Chance auf den fünften Platz, der Playoff-Spiele gegen Australien zur Folge hat, in Asuncion gegen Paraguay wahrnehmen.

Nach Luft ringende Brasilianer

Die bereits sechste (!) Niederlage der Brasilianer in 17 Spielen kam nach den bisherigen Leistungen nicht gerade übermäßig überraschend. Wegen der extremen Höhenluft erst zwei Stunden vor Matchbeginn ins 3.600 m hoch gelegene La Paz gekommen, ging den Gästen schon bald die Luft aus. Zwar hatten die Hausherren schon längere Zeit keine Chance auf die Qualifikation mehr, das vermochte jedoch ihre Ambitionen vor ausverkauftem Haus nicht zu bremsen.

Die wie immer unter Teamchef Luiz Felipe Scolari recht defensiven Brasilianer gingen zwar durch Edilson in der 26. Minute in Führung, doch Lider Paz nützte knapp vor der Pause einen Fehler von Juan zum Ausgleich. Ein Freistoß aus 40 m durch Baldivieso in der 69. Minute (Torhüter Marcos machte dabei eine recht unglückliche Figur) brachte die Bolivianer 2:1 in Front und ein etwas umstrittener Elfer, den ebenfalls Baldivieso verwandelte, bedeutete eine Minute vor Schluss den Endstand.

"Bolivien war einfach besser und wir spielten nicht das, was wir uns vorgenommen hatten", lautete die einfache Analyse von Scolari, der sich nicht auf die Höhenlage ausreden wollte und auch seinen Tormann ("Fehler macht ein jeder") in Schutz nahm.

Letzte Chance gegen Venezuela

Dennoch sollten die Brasilianer es auch ohne den Umweg Australien schaffen, haben sie mit Venezuela nächste Woche den weitaus leichteren Gegner als Uruguay und außerdem noch einen Punkt Vorsprung. Die Urus erkämpften sich in Quito gegen Ecuador ein 1:1, das nicht nur den Gastgebern zur erstmaligen WM-Teilnahme verhalf, sondern auch Paraguay (zum sechsten Mal dabei). Olivera schoss die Gäste in der 44. Minute mit einem schmeichelhaften Elfmeter in Führung, die Kaviedes in der 72. ausglich und ein ganzes Land in einen wahren Freudentaumel versenkte. Die Feiern forderten ein Todesopfer (ein Mann wurde in Guayaquil von einem Auto überfahren) und elf Verletzte.

Die Kolumbianer wahrten mit dem 3:1-Heimsieg in Bogota gegen Chile ihre (kleine) Chance auf die insgesamt fünfte Endrunden-Teilnahme, die vierte in Folge. Die Gäste beendeten das Match mit nur sieben Spielern. Vier (25., 65. 80. und 92.) flogen vom Platz.(APA/AFP/Reuters)

Spiele vom Mittwoch:

  • Bolivien - Brasilien 3:1 (1:1) La Paz, 45.000
    Tore: Lider Paz (41.), Baldivieso (69., 89./Elfmeter) bzw. Edilson (26.)
    Brasilien: Marcos - Lucio, Juan (74. Juninho), Edilson - Cafu, Emerson, Vampeta (62. Gilberto Silva), Ze Roberto (54. Denilson), Serginho - Rivaldo, Edilson

  • Ecuador - Uruguay 1:1 (0:1). Quito, 43.000
    Tore: Kaviedes (72.)bzw. Olivera (44./Elfmeter)

  • Kolumbien - Chile 3:1 (1:1). Bogota, 10.000
    Tore: Grisales (19.), Angel (66./Elfmeter), Gonzalez (68.) bzw. Riveros (38.) Ausschlüsse: Cancino (25.), Villarroel (65.), Ormazabal (80.), Villaseca (92./alle Chile)

    Spiele am Donnerstag:

  • Venezuela - Paraguay 3:1

  • Argentinien - Peru 2:0
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