"Keinerlei Unterschied zwischen Kunst und Leben"

7. November 2001, 23:06
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Deswegen wohl steht Italien "im Bann des österreichischen Films"

Rom - Ulrich Seidls beim Filmfestival in Venedig mit dem "großen Preis der Jury" ausgezeichneter Film "Hundstage" wurde für den italienischen Kinostart in einem Pressetermin in Rom am Mittwoch vorgestellt - mit laut Bericht markigen Worten:

"Für mich besteht keinerlei Unterschied zwischen Kunst und Leben - und dies erklärt auch, warum in einer Epoche, die vom Vergnügen abhängig ist, meine Filme als 'schwierig' bewertet werden. Ich glaube, dass die Filme das Leben beeinflussen und umgekehrt. Ich stelle mir nicht das Problem, zu vergnügen, oder zu provozieren. Mein Ziel ist Geschichten zu erzählen, die am echten Leben gebunden sind", betonte Seidl im Gespräch mit Journalisten.

"Meine Hauptdarsteller sind einsame Personen. In einer Welt, in der die Kommunikationsmöglichkeiten immer größer werden, ist der Mensch immer einsamer. 'Hundstage' ist eine Kritik an der Wohlstandsgesellschaft, am Kapitalismus, der nirgendwohin mehr führt. Die Wirklichkeit ist schrecklicher, als das, was ich zeigen kann".

Wohl ob dieser pathetischen Wucht - und auch weil Michael Hanekes "Klavierspielerin" vor zwei Wochen mit Erfolg in Italien startete - übertitelte die APA ihren Bericht mit "Italien im Bann des österreichischen Films". (APA/red)

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