Abbado-Kabale weitet sich aus: Strafanzeige

8. November 2001, 22:30
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Eidesstattliche Versicherung falsch?

Berlin - Gegen Claudio Abbado, den Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, ist Strafanzeige wegen des Verdachts einer falschen eidesstaatlichen Versicherung erstattet worden.

Der Berliner Henschel Verlag will sich damit, wie per Anwalt am Mittwoch mitbeteilt wurde, gegen zwei Einstweilige Verfügungen wehren, die Abbados Anwalt gegen eine Biografie des Dirigenten vor dem Berliner Landgericht erwirkt hat. Darin geht es unter anderem um Aussagen über seine Krankheit und Interview-Zitate.

Die Auslieferung des von dem Musikwissenschaftler Christian Försch verfassten Buches ist vorläufig gestoppt worden. Abbado verlangt die Richtigstellung von bisher 23 Textstellen, sein Anwalt hat aber noch weitere Korrektur-Begehren angekündigt.

Abbados Anwalt sprach im Anschluss an eine Pressekonferenz des Henschel Verlags von einer "tiefen Verletzung" des Dirigenten: "Dieses Buch kann in dieser Form nicht auf den Markt. (...) Auf den Gedanken, ein renommierter Verlag werde die Staatsanwälte auf Abbado hetzen, wären wir nie gekommen. Das ist unsäglich und unappetitlich."

Eine Henschel-Sprecherin betonte, es liege dem Verlag fern, die Intimsphäre von Abbado zu verletzen. "Wir wollen keine Schlammschlacht." Aber es gehe auch um den guten Ruf des Verlags. "Wir sind verwundert und überrascht, dass wegen solcher Kleinigkeiten ein solcher Rechtsstreit entfacht wird."

Der Verlags-Rechtsanwalt sprach von einem "Fehlverständnis des Textes". Es gebe keine einzige Stelle in dem Buch, die nicht durch Zeugenaussagen oder Quellen belegt werde.

Ein nächster Gerichtstermin in der "unerfreulichen Angelegenheit", wie es Abbados Anwalt formulierte, ist Mitte November angesetzt. (APA/dpa)

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