Farbstoffe als potenzielle Krebszellen-Zerstörer

7. November 2001, 19:09
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Sie hängen sich an bestimmte Stellen der DNA und entfalten erst bei Lichteinfall ihre Wirkung

Würzburg - Chemiker der Universität Würzburg haben neuartige organische Farbstoffe entwickelt, die sich sehr stark an das Erbmolekül DNA anlagern. Wird diese Verbindung mit Licht bestrahlt, so führt das zur Schädigung der DNA. Damit besitzen die Farbstoffe ein hohes Potenzial für die Verwirklichung von Lichttherapien gegen Krebs oder Hautkrankheiten. So lässt sich unerwünschte DNA, zum Beispiel in Krebszellen oder Viren, zerstören, wenn sich ein Farbstoff an eine bestimmte Stelle der DNA bindet. Nach der Einstrahlung von Licht schädigt er anschließend das Erbmolekül.

Die neuartigen Farbstoffe, die am Institut für Organische Chemie der Uni Würzburg von der Arbeitsgruppe um Heiko Ihmels entwickelt wurden, gehen nicht nur eine sehr starke Bindung mit der DNA ein. Die Farbstoffe werden auch noch bevorzugt an bestimmten Bindungsstellen verankert, ohne dass die DNA dadurch instabil wird. Bestrahlt man aber ein solches Farbstoff-DNA-Gemisch mit sichtbarem, energiearmem Licht, so führt das zur Schädigung der Nukleinsäure. "Moleküle mit derartigen Eigenschaften weisen ein hohes Potenzial für die Phototherapie von Krebs oder Hautkrankheiten auf. Wenn sich die Farbstoffe selektiv an die DNA krankhafter Zellen anlagern, so können diese unerwünschten Zellen durch die Bestrahlung zerstört werden", so Ihmels.

Da für die Bestrahlung energiearmes Licht verwendet wird, bleibe das gesunde Gewebe unbeeinflusst. Im nächsten Schritt sollen die konkreten Ursachen für die Bindung der Farbstoffe an die DNA sowie für deren durch Licht ausgelöste Schädigung in Gegenwart der potenziellen Photochemotherapeutika untersucht werden. Langfristig wollen die Forscher neuartige organische Wirkstoffe zugänglich machen, die in der Lage sind, ausschließlich an unerwünschte DNA zu binden und diese unter Einstrahlung von energiearmem Licht zu zerstören.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Fonds der Chemischen Industrie und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (Vigoni-Programm) gefördert. (pte)

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