Gripen bleibt Favorit für Draken- Nachfolge

7. November 2001, 19:06
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Wirbel um Interview in "Flug-Revue"

Wien - Die schwedischen Hersteller des Gripen touren diese Tage durch Österreich, um die Kompensationsgeschäfte für einen allfälligen Kauf des schwedischen Draken-Nachfolgers schmackhaft zu machen. Eine Affäre im Verteidigungsministerium hat erst dieser Tage allgemein deutlich gemacht, wie sehr die Schweden für den größten Beschaffungsauftrag der Zweiten Republik favorisiert werden: Gegen den Chef der Luftabteilung, Brigadier Josef Bernecker, ist nämlich ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Bernecker hatte vor drei Monaten in einem Interview in der Flug-Revue seine Präferenz für ein weiteres schwedisches Flugzeug durchblicken lassen. Dass dies seinen Vorgesetzten sauer aufstieß, hat zwei Gründe: Erstens hat die Fachzeitschrift das Interview in englischer Sprache auf ihre Website gestellt und damit internationale Mitbieter viel stärker beeinflusst als die wenigen österreichischen Luftfahrtexperten. Zweitens wurde das Interview von Gerald A. Simperl geführt, der der Redaktion des halb amtlichen Ausbildungsmagazins Truppendienst angehört, was die Aussagen "offiziöser" wirken ließ. Bernecker ist mit dem aktuellen Beschaffungsvorgang nicht befasst, er hat aber Vorarbeiten geleistet. (cs, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 8.11.2001)

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