AK-Tumpel fordert Verbesserungen im Pendlerverkehr

7. November 2001, 17:23
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"Pendlerpauschale und Kilometergeld müssen erhöht werden"

Wien - Für eine Erhöhung der Pendlerpauschale, mehr Kilometergeld und einen Tarifstopp bei Bahn und Bus macht sich die Arbeiterkammer (AK) für Tausende Betroffene stark. "Ein Tagespendler verbringt durchschnittlich 500 Stunden im Jahr für den Weg zur und von der Arbeit. Anstatt das Pendeln attraktiver zu gestalten, belastet die Regierung die Bevölkerung mit Benzinpreiserhöhungen und Versicherungssteuern", kritisierte AK-Präsident Herbert Tumpel am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien, bei der die Ergebnisse einer im Sommer durchgeführten Pendlerbefragung präsentiert wurden.

Billigere Arbeitswege

Anhand von insgesamt 22.000 gesammelten Unterschriften für billigere Arbeitswege und rund 1.200 Befragungen lasse sich sehen, wie sehr die Betroffenen unter den Bestimmungen der Regierung leiden. Das Hauptkontingent stammt davon aus Niederösterreich und den Außenbezirken Wiens, rund acht Prozent aus dem Burgenland. "Besonders beklagt wurden bei Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel unregelmäßige Fahrtzeiten, Ausfällen von Bus und Bahn sowie die schlechte Abstimmung der Linien untereinander", bilanzierte Tumpel. Autopendler hingegen gaben "Staus, unzureichende Verkehrsinformation und Baustellen als Stressfaktoren" an.

Laut Tumpel ist daher "eine breite Palette dezidierter Verbesserungen im Schienen- und Straßenverkehr notwendig, um entsprechende Fahrtzeiten zu gewährleisten". "Jetzt, da wir wissen wo der Schuh drückt, müssen die öffentlichen Verkehrsmittel ausgebaut, Intervalle verkürzt und auf Pünktlichkeit gedrängt werden. Auch im Straßenverkehr muss das Gebot der Stunde sein, den Schwerverkehr nicht noch mehr anwachsen zu lassen", so der AK-Präsident.

Kosten für den Arbeitsweg

Neben langen Wartezeiten gilt die Hauptsorge der Pendler der Befragung zufolge auch den Preisen. Die Kosten für den Arbeitsweg übersteigen die regelmäßigen Ausgaben. Auch die ÖBB hat eine 15-prozentige Preissteigerung durchgesetzt. So gab bei der Umfrage jeder zweite an, rund 2.000 Schilling im Monat für den Fahrschein und etwa 4.000 Schilling für Benzin auszugeben. Tumpel: "Unsere Forderungen sind klar. Die Pendlerpauschale muss unbefristet um 30 Prozent und das Kilometergeld um mindestens 30 Groschen pro Kilometer erhöht sowie die Tarife für Bahn- und Buspendler von und nach Wien zumindest zwei Jahre eingefroren werden".

Dass die Realisierung der Wünsche auch Geld kostet, ist Tumpel bewusst. "Deshalb ist es notwendig, dass sich die betroffenen Bundesländer beteiligen. Wenn keine Investitionen in den Ausbau des Verkehrsnetzes getätigt werden, werden die Pendler noch mehr leiden. Wir werden aber versuchen, diese Aktion mit Nachdruck zu verfolgen", argumentierte der Präsident. Während auf der Westbahn die Intervalle verdichtet werden sollen und etwa der viergleisige Ausbau von Wien nach St. Pölten ankurbelt werden müsse, könne etwa eine Attraktivierung des Südtiroler Platzes auch wesentlich dazu beitragen, dass beispielsweise Pendler aus dem Burgenland, die mit der S60-Ostbahn anreisen, bereits am Südtirolerplatz umsteigen könnten, als wie bisher am Südbahnhof. (APA)

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