Innenminister Strasser warnt vor Betrug mit "Altwährungen"

7. November 2001, 17:33
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Bei größeren Summen besondere Vorsicht geboten

Dornbirn - Innenminister Ernst Strasser (V) hat heute, Mittwoch, nachdrücklich vor möglichen Betrügern im Zuge der Währungsumstellung vom Schilling auf den Euro gewarnt. Im Anschluss an ein vom Kuratorium Sicheres Österreich im ORF Landesstudio Dornbirn organisiertes Euro-Arbeitsgespräch mit Vertretern der Vorarlberger Landes- und Sicherheitsbehörden, Banken, und Justiz richtete der Ressortchef vor Journalisten einen Appell an Handel, Gastronomie und Bürger, besonders vorsichtig zu sein, wenn von Unbekannte große D-Mark- oder Lire-Banknoten angeboten werden.

Bisher seien die Vorarbeiten zur Währungsumstellung dank beispielgebender und professioneller Kooperation von Banken, Exekutive und anderen Institutionen problemlos verlaufen. Hypo-Chef und Banken-Sektionsobmann Jodok Simma sprach von einem "Blutaustausch der Wirtschaft", der die Banken auch mit Ertragseinbußen konfrontiere. Nach Feststellung von Leitendem Staatsanwalt Franz Pflanzner ist die Umstellung in Vorarlberg bisher ohne strafrechtliche Folgen geblieben. Er hoffe, so Minister Strasser, dass diese Feststellung auch im März 2002 nach Abschluss der alle Kräfte fordernden Jahrhundertaktion gelte.

Vorbeugend warne er vor sehr gut gemachten DM- und Lire-Blüten, die von professionell agierenden bulgarischen und rumänischen Fälschern noch vor der Währungsumstellung auf den Markt gebracht werden könnten. Es gebe Hinweise, dass versucht werde, die Blüten außerhalb von Deutschland bzw. Italien los zu werden. Beim Angebot großer Mark- oder Lire-Noten außerhalb einer Bank sollte man sich schon beim geringsten Verdacht bei der Exekutive oder einer Bank informieren und im Zweifelsfall auf eine Bezahlung in Schilling beharren, riet der Innenminister. Das Falschgeld sei so gut nachgemacht, dass die Scheine für einen Normalbürger von echten Noten nicht zu unterscheiden seien, die Situation sei daher "nicht zu unterschätzen".

In dem Zusammenhang erinnerte Strasser daran, dass der Schilling nach der Euro-Umstellung am 1. Jänner noch bis Ende Februar 2002 als Zahlungsmittel gilt. Die mit österreichischer Technologie hergestellten Euro-Noten hätten besonders gute Sicherheitskriterien. Fälscher würden sich daher im Moment eher auf "Altwährungen" konzentrieren, auf Dauer werde aber auch der Euro nicht vor illegalen Kopien verschont bleiben, meinte Strasser: "Im Moment sind noch keine Euro-Blüten bekannt." (APA)

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