DoCoMo verzeichnet Ergebniseinbruch

7. November 2001, 15:51
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Abschreibung auf KPN Mobile

Der führende japanische Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo hat im ersten Geschäftshalbjahr 2000/01 (zum 31. März) auf Grund des hohen Wettbewerbsdrucks einen Ergebniseinbruch verzeichnet. Zudem belastete eine Abschreibung auf die Beteiligung an der niederländischen Mobilfunkgruppe KPN Mobile das Ergebnis und drückte DoCoMo im Einzelabschluss erstmals seit 1994 in die roten Zahlen, wie NTT DoCoMo am Mittwoch in Tokio weiter mitteilte. Das mehrheitlich vom japanischen Staatskonzern NTT kontrollierte Unternehmen prüft zudem, ob wegen der zuletzt stark gesunkenen Marktbewertung von Telekom-Unternehmen bei weiteren Auslandsbeteiligungen Abschreibungen anfallen. Die Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr haben DoCoMo und die Konzernmutter NTT deutlich nach unten reduziert.

Umsatz stieg binnen Jahresfrist

In der ersten Geschäftsjahreshälfte wies DoCoMo im Konzern einen Gewinn von 103,87 Mrd. Yen (958 Mill. Euro/13,18 Mrd. S) aus, nach 217,52 Mrd. Yen vor einem Jahr. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist auf 2,61 Bill. Yen von 2,22 Bill. Yen. Die Abschreibung auf den zur Jahresmitte 2000 erworbenen 15-Prozent-Anteil an KPN Mobile ließ DoCoMo im Einzelabschluss jedoch erstmals seit 1994 in die roten Zahlen rutschen. Als außerordentlicher Abschreibungsverlust wurden 262,7 Mrd. Yen (4,7 Mrd. DM) ausgewiesen, was dem Unternehmen einen Halbjahresverlust von 27,81 Mrd. Yen einbrachte, nach einem Gewinn von 101,4 Mrd. Yen im Vorjahr. Zu KPN Mobile gehören Mobilfunkunternehmen in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland (E-Plus).

"Verlust ist vorübergehend"

DoCoMo-Präsident Keiji Tachikawa sagte, der Verlust in Folge der Abschreibung sei vorübergehend. Er räumte jedoch ein, dass sein Unternehmen weiteren Abschreibungsbedarf prüfe. Trotz des Kursabschwungs bei der im Jänner erworbenen Beteiligung an At&T Wireless in Höhe von 16 Prozent habe man sich zunächst gegen eine Abschreibung entschieden, da man von einer Kurserholung ausgehe. Die Auslandsstrategie, mittels Minderheitsbeteiligungen das Risiko zu minimieren, werde beibehalten.

Wachsender Konkurrenzdruck

Wachsenden Konkurrenzdruck verspürte DoCoMo in den zurückliegenden Monaten auf dem Heimatmarkt, der sich der Sättigunsgrenze nähert. Der Anteil von DoCoMo an allen neuen Mobilfunkkunden in Japan sank nach Unternehmensangaben im vergangenen halben Jahr auf 54,5 Prozent von 66,6 in der Vorperiode. Steigende Kundenumsätze mit mobilen Datendiensten hätten die Umsatzrückgänge bei Sprachtelefonie nicht auffangen können. Auch deshalb reduzierte das Unternehmen seine Prognose für den Nettogewinn für das im März endende Geschäftsjahr auf 255 Mrd. Yen von zuvor 390 Mrd. Yen. Der Umsatz soll indes auf 5,22 Bill. Yen steigen. Im vorigen Geschäftsjahr war bei einem Umsatz von 4,68 Bill. Yen ein Reingewinn von 365,5 Mrd. Yen erwirtschaftet worden.

Gewinnprognose musste reduziert werden

Die Abschreibung für den Anteil an KPN Mobile veranlasste auch die DoCoMo-Muttergesellschaft NTT, ihre Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2000/01 zu reduzieren. Es sei mit einem drastisch geringeren Reingewinn in Höhe von drei Mrd. Yen statt wie bisher prognostiziert 89 Mrd. Yen zu rechnen, hieß es. Für NTT stellt die 64-Prozent-Tochter DoCoMo einen der wesentlichen Profitbringer dar.

Die Halbjahresergebnisse von DoCoMOo wurden nach Börsenschluss in Tokio bekannt gegeben. Die Aktien von DoCoMo gaben bis Handelsschluss bei schwächerem Börsentrend 3,8 Prozent auf 1,53 Mill. Yen nach, die Papiere von NTT büßten mehr als fünf Prozent auf 495.000 Yen ein.(APA/Reuters)

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