Peres ruft Palästinenser zu Verantwortungsbewusstsein auf

7. November 2001, 14:48
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"Problem ist die Kontrolle der bewaffneten Gruppen"

Paris - Der israelische Außenminister Shimon Peres hat die Palästinenser aufgefordert, verantwortungsbewusst zu sein, um so den Nahost-Friedensprozess wieder in Gang bringen zu können. "Das Problem ist die Kontrolle der bewaffneten Gruppen bei den Palästinensern", sagte Peres am Mittwoch in Paris nach einem Gespräch mit seinem französischen Kollegen Hubert Vedrine.

"Falls die Palästinenser Verantwortungsbewusstsein zeigen, werden wir den Rückzug (aus mehreren besetzten palästinensischen Städten) beenden können", erklärte Peres. Danach könnte eine zweite Phase, die der politischen Verhandlungen beginnen.

Mitchell-Plan Grundlage für Verhandlungen

Die israelische Armee hat am Mittwoch in den frühen Morgenstunden ihren Rückzug aus der autonomen Palästinenserstadt Ramallah abgeschlossen. Die Armee hält nun noch die Palästinenserstädte Tulkarem, Nablus und Jenin besetzt. Nach der Ermordung des israelischen Tourismusministers Rechavam Zeevi durch radikale Palästinenser waren israelische Truppen am 18. Oktober in sechs autonome Städte eingerückt. Aus Bethlehem war die Armee vergangene Woche, aus Kalkilia am Montag abgezogen.

Peres hatte am Mittwoch Vedrine seine Ideen für einen Verhandlungsplan mit den Palästinensern erläutert. Vorrangiges Ziel sei dabei ein Waffenstillstand, sagte Peres. Die Empfehlungen des so genannten Mitchell-Plans zum Abbau der Spannungen zwischen Palästinensern und Israel sei die Grundlage auch seiner Vorstellungen.

Peres wollte später am Mittwoch noch mit Premierminister Lionel Jospin und Staatspräsident Jacques Chirac zusammenkommen. (APA/dpa)

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