Verzetnitsch strebt sozialen Schutz auch für atypische Arbeitsformen an

7. November 2001, 14:48
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Beratungsangebot "FlexPower" für Freie und Neue Selbstständige

Wien - Soziale Sicherheit auch für atypisch Beschäftigte hat ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch (S) am Mittwoch in einer Pressekonferenz gefordert. "Das Arbeitsrecht soll auch für neue Arbeitsverhältnisse gelten. Wir werden nicht zuschauen, wie 'normale' Arbeit immer mehr zum Minderheitenprogramm wird", sagte Verzetnitsch. Er sieht den sozialen Schutz für Freie Dienstnehmer und Neue Selbstständige als "politische Zielsetzung". Präsentiert wurden zwei Initiativen für betroffene Arbeitnehmer: "FlexPower" als ÖGB-Erstberatung und "work@flex" als zielgerichtete Initiative der GPA.

Eine Million Arbeitnehmer gehören in Österreich zur Gruppe der atypischen Arbeitsformen, 87 Prozent davon sind Frauen. "Atypisch" sind Teilzeitarbeit, freie Mitarbeit, Geringfügige Beschäftigung, Leiharbeit bzw. Neue Selbstständige. Das Gros der Million "Atypischen" gehören zum Bereich Teilzeit bzw. Geringfügigkeit, etwa 50.000 Freie und Neue Selbstständige - mehr als die Hälfte davon in Wien - will der ÖGB mit "FlexPower" ansprechen, berichtete Elisabeth Rolzhauser, die Leiterin des Referats für Sozialkontakte.

Erster Problem: Nicht-Information

Gerade die Zahl dieser beiden Gruppen steigt kontinuierlich - die betroffenen Arbeitnehmer befinden sich in der Grauzone zwischen selbstständiger und abhängiger Erwerbstätigkeit. Betroffene berichteten in der Pressekonferenz von ihren Problemen. An erster Stelle steht die Nicht-Information. Wenn Aufklärung, dann nur über Pflichten, Rechte werden verschleiert oder überhaupt verschwiegen. Es gibt keine Versicherung, oftmals wird erwartet, dass die Ausrüstung (Fahrradboten) selbst gestellt wird, Gebühren sind keine Seltenheit. "Ich wünsche mir klare Richtlinien", meinte deshalb auch Christoph Schutti, Freier Dienstnehmer als Fahrradbote.

"FlexPower", in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien und acht Teilgewerkschaften, will diesem Manko Rechnung tragen und bietet Erstberatung in Vertrags-, Steuer- und Sozialrecht - auch für Nicht-Gewerkschafts-Mitglieder. Gleichzeitig wird um die Teilnahme an einem Forschungsprojekt ersucht, um die notwendigen Daten für die weitere Arbeit zu erhalten.

"work@flex"

Die Gewerkschaft der Privatangestellten hat die Initiative "work@flex" gegründet für Werkvertragnehmer, Freie und Neue Selbstständige. Mitgliedschaft ist auch dabei nicht unbedingt erforderlich. Geboten werden Rechtsberatung in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, und für GPA-Mitglieder Rechtsschutz. Außerdem gibt es eine spezielle Verdienstentgangsversicherung in Zusammenarbeit mit der Wiener Städtischen Versicherung, allerdings nur für Gewerkschaftsmitglieder.

Erste Reaktion auf diese Gewerkschaftsangebote: Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger spricht von einer "begrüßenswerten Erweiterung der Beratungstätigkeit". (APA)

Plattform für Infos: Interesse.at

Beratung Flexpower ab sofort jeden Mittwoch von 14 bis 18 Uhr im ÖGB
1., Hohenstaufengasse 10
Anmeldung unter
Tel. 01/534 44/404

GPA-Initiative:
Claudia Kral-Bast
Tel. 01/313 93/330

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