Menge der pro Kopf erzeugten Nahrungsmittel in vielen Ländern rückläufig

7. November 2001, 14:09
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800 Millionen Menschen sind als "chronisch unterernährt" zu bezeichnen

Wien - Weltweit leiden 800 Millionen Menschen unter chronischer Unterernährung. Insgesamt zwei Milliarden fehlt es an "Ernährungssicherheit". Die Vereinten Nationen bezeichnen mit diesem Fachwort einen Zustand, "in dem man zu jeder Zeit ausreichend Zugang zu gesunden und nahrhaften Nahrungsmitteln hat, um ein gesundes und aktives Leben führen zu können".

Die alarmierenden Zahlen zum Thema Unterernährung gehen aus dem Weltbevölkerungsbericht 2001 hervor. Dem Bericht zufolge konnte in vielen Ländern die Nahrungsmittelproduktion nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten. In Afrika ging gleich bei 31 von 46 Staaten die pro Kopf erzeugte Menge zurück. Am schlimmsten betroffen in dem Kontinent sind Zentral- und Ostafrika, wo bereits jeder zweite Bewohner chronisch unterernährt ist.

Verhältnis zwischen Anbaufläche und zu ernährenden Menschen verändert

Im weltweiten Durchschnitt sank die Getreideanbaufläche pro Kopf dem Bericht zufolge von 1950 bis 1996 um rund 50 Prozent von 0,23 auf 0,12 Hektar. "Im Jahr 2030 wird bei einer Weltbevölkerung von mindestens acht Milliarden Menschen auf nur noch 0,08 Hektar pro Kopf Getreide angebaut werden", heißt es in dem Dokument. Ein weiteres Problem: Es werden kaum noch zusätzliche Flächen erschlossen.

Von dieser Entwicklung sind nicht alle Länder gleichermaßen betroffen. Australien, Europa und Nordamerika dürften weiterhin große Überschüsse produzieren und weisen gleichzeitig - wenn überhaupt - nur ein geringes Bevölkerungswachstum auf. Andere Länder wie Chile, Japan, Singapur und die erdölexportierenden Länder am Persischen Golf können ihre Bevölkerung zwar nicht aus eigener Produktion versorgen, das Defizit jedoch mit Importen ausgleichen.

Erschwernisse

Über die Hälfte aller Menschen lebt in Regionen, wo die Bevölkerung weder aus eigener Kraft mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann, noch die geeigneten Mittel da sind, um dem Mangel mit genügend Einfuhren zu begegnen. Die Ursachen dafür sind laut dem Bericht unter anderen fortschreitende Bodenerosion, chronische Wasserknappheiten, nicht angepasste landwirtschaftliche Anbauverfahren und das rapide Bevölkerungswachstum in diesen Teilen der Erde. (APA)

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