Forstinger präsentierte neuen "Tunnelinspektor"

8. November 2001, 12:22
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Rudolf Hörhan arbeitet seit 1985 für Tunnelsicherheit

Wien - Anlässlich der dritten Sitzung der Tunnelkommission am Mittwoch, wurde von Verkehrsministerin Monika Forstinger (F) und vom Vorsitzenden Hermann Knoflacher ein neuer "Tunnelinspektor" vorgestellt. Der Experte des Ministeriums, Rudolf Hörhan, soll vor allem bestehende Einrichtungen überwachen und im direkten Kontakt mit den Betreibern notwendige Maßnahmen einfordern.

Als "Hüter der Einhaltung der Richtlinien" präsentierte Forstinger den 54-jährigen Spezialisten, der bereits seit 1985 bei der Bundesstraßenverwaltung für Tunnelsicherheit zuständig war. Die Einigung der Kommissionsmitglieder zur Bestellung Hörhans war einstimmig.

Unangemeldete Kontrollen

Der "Tunnelinspektor" kündigte an laufend unangemeldete Kontrollen durchführen zu wollen. Es sei vor allem wichtig, die vorhandene technische Ausrüstung - die einen Wert von ca. fünf Milliarden Schilling darstellt - regelmäßig zu betreuen und warten. Dann ließe sie sich auch richtig einsetzen. Auch Beleuchtung und regelmäßige Reinigung der Tunnelanlagen sollen kontrolliert werden.

Sicherheitsmaßnahmen für einröhrige Tunnel festgelegt

In der heutigen Sitzung sei es aber auch um Erfahrungsberichte des umgebauten Bosrucktunnels auch der Pyhrnautobahn (A9) gegangen, erklärte Knoflacher. Die hellen Anstriche bis zu einer Höhe von 4,5 Metern, Leuchtdioden am Fahrbahnrand und die Rumpelstreifen seien ein deutlicher Sicherheitsgewinn. Diese Maßnahmen sollen zum Standard in allen einröhrigen Tunnelanlagen werden.

Wie Knoflacher ausführte, sei Österreich bei der Tunnelsicherheit international ein Vorbild, allerdings "sind wir alle an der Front des Lernens". Es gebe eine Fülle neuer Sicherheitsentwicklungen Österreichischer Firmen, die erst geprüft werden müssten. Da sei es positiv, dass Verkehrs- und Innovationsministerium in einer Hand sind.

Mehr Tempoüberwachung

Die beste Ausrüstung hilft aber nichts, wenn die Autolenker nicht mitspielen, waren sich die Experten einig.

Die Experten forderten daher rasch einen verstärkten Einsatz der Exekutive zur Tempoüberwachung. Die Asfinag wolle zusammen mit dem Innenministerium einen Plan für Schwerpunktaktionen ausarbeiten.

Bis zur nächsten Sitzung im Dezember soll erarbeitet werden, "welcher Tunnel um welches Geld" aufgerüstet werden kann, so die Experten. Mit Kosten von rund 200 Millionen Schilling sei zu rechnen, ohne Zusatzfinanzierung könne die Asfinag aber nur etwa 40 Millionen pro Jahr für Umbauten einsetzen.

Gefahrenguttransporte - neue Bestimmungen Eine weitere Änderung kündigte Forstinger bereits für den 1. Dezember an: Dann werden für Gefahrenguttransporte neue Bestimmungen in Kraft treten. So soll bei Tunnel von mehr als 5.000 Metern Länge für alle Transporte, die mit orangen Tafeln gekennzeichnet sind, eine Begleitpflicht bestehen. Die Lenker dieser Fahrzeuge müssen neben einer speziellen Gefahrgutlenkerschulung auch mit der Tunnelwarte in Funkkontakt stehen. (APA)

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