Temelin - Linie bleibt für Pröll "eindeutig"

7. November 2001, 13:27
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Temelin muss europäisches Thema werden

St. Pölten - In einer Reaktion auf die Aufforderungen seitens der FPÖ erklärte der Pressesprecher des NÖ-Landeshauptmanns, Peter Kirchweger: "An der Einstellung von Landeshauptmann Erwin Pröll zu Temelin hat sich nichts geändert. Der Zeitpunkt ist noch lange nicht gekommen, wo in dieser Frage ein endgültiges Urteil abzugeben ist. Im übrigen sollen sich die Herrschaften der Freiheitlichen nicht so aufplustern, denn der Zeitpunkt ist zum Greifen nahe, wo die Blauen auch bei Temelin eingehen werden wie eine 'böhmische Leinwand'", so Kirchweger.

Tschechien hat für Niederösterreichs Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka (V) kein moralisches Recht für den Betrieb des AKW Temelin. Am Rande einer Pressekonferenz am Mittwoch sprach er sich überdies für Überzeugungsarbeit bei der Bevölkerung aus, dass es sich um den falschen Weg für Energiegewinnung handle.

Die Frage Temelin müsse jedenfalls ein europäisches Thema werden, so Sobotka. "Das muss die Stoßrichtung sein." Gelinge dies nicht, "werden wir keinen Erfolg haben".

Was das Verhältnis mit Tschechien insgesamt betreffe, so verwies der Landesrat auf "vielfältige Beziehungen", die "durchaus positiv und notwendig" seien. Außerdem gesteht der Landesrat dem Nachbarn im Zusammenhang mit der Temelin-Diskussion "mit gutem Recht" die Frage "Und was ist mit Bohunice?" zu. Auch sei "schon vergessen" worden, dass das Atommülllager Dukovany "überhaupt keinen Schutz" biete. (APA)

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