"An Gott glauben - das ist ja heute auch nicht selbstverständlich"

9. November 2001, 13:03
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Eine "entspannte" Nena ist wieder "bereit für die Außenwelt"

Wien - Nena, 41-jähriger Popstar, hielt sich in Wien auf, um ihr aktuelles, in Zusammenarbeit mit Florian Sitzmann von den Söhnen Mannheims entstandenes Album "Chokmah" (Warner) zu promoten. Ein Gespräch mit der APA führte zu einer Reihe von Erkenntnissen: "Es war die entspannendste Produktion, die ich je hatte." Nun sei sie wieder "bereit für die Außenwelt".

Das sei - etwa in den Karrierephasen, die durch die Alben "Bongo Girl" (1993) oder "Jamma nich'" (1997) geprägt waren - nicht immer so gewesen: "Früher war es im Studio anstrengender, weil ich keine klare Vision hatte."

"Aber dann gab ich sehr viele Konzerte. Und das gab mir Mut, mich zu öffnen." Resultat: "In Deutschland kann im Moment niemand an mir vorbei, dazu muss man bereit sein."

"Chokmah" entstand "absolut mühelos": "Wir mussten nicht krampfhaft nach Songs suchen, die sind uns regelrecht zugeflogen. (...) Das Umfeld liegt mir, diese Gelassenheit der Söhne Mannheims. Man hat's mit Musikern zu tun, die an Gott glauben - das ist ja heute auch nicht selbstverständlich."

Hintergrund des "leichtfertigen, aber keinesfalls seichten Sound" (APA) von "Chokmah": "Dass ich entspannt bin. Dieses Bezeichnung benutze ich lieber als 'erwachsen' oder 'reif'."

Zu Texten gelte generell: "Alles, was ich singe, hat mit mir zu tun." Wobei: "Das Wort 'Motto' mag ich nicht. Das Leben bedeutet Veränderung, und ich bin total flexibel. Manchmal tun Veränderungen weh, aber alles, was danach passiert, ist umso spannender".

Die kommende Konzertreise wird positiv gesehen: "Weil ich es bewusst angehe. Ich habe mich vor fünf Jahren entschieden, nur noch mit tollen Musikern zur arbeiten."

Auch gibt es eine "nächste Herausforderung" im April: "Ich will eine Unplugged-Tournee, eine kleine Inszenierung mit Theaterlicht. Ich habe die totale Lust, es mal rein emotional anzugehen." Der Titel dafür steht mit "Club der Leisen" schon fest.

Alten Hits werden weiterhin im Programm bleiben, wie etwa "Leuchtturm", den es in einer neuen Version gibt: "Ich stehe zu diesen Liedern. Darum habe ich diesen Song auf das Album genommen. Und als kleines Dankeschön an mich selbst." (APA/red)

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