GTT: Trotz Buchungsminus keine Reisekrise

7. November 2001, 12:58
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Größter österreichischer Reisekonzern erwartet Rekordjahr - Expansion in Osteuropa

Wien - Der größte österreichische Reisekonzern GTT Holding, der die Veranstaltermarken TUI, Gulet Touristik, Touropa Austria, Magic Life und Terra Reisen umfasst, sieht trotz partieller Buchungrückgänge für die Wintersaison 2001/02 keine allgemeine Reisekrise. Der Marktführer bei Flugpauschalreisen, der im Jahr 2000 mit 615 Mitarbeitern 8,9 Mrd. S (647 Mill. Euro) umgesetzt hat, hat im laufenden Geschäftsjahr 2001 den Umsatz bis Ende Oktober um 8,2 Prozent gesteigert und erwartet mit einem angepeilten Gesamtumsatz von 9,5 Mrd. S und 1 Million Kunden heuer ein Rekordjahr, sagte GTT Holding-Vorstandsvorsitzender Franz Leitner heute, Mittwoch, vor Journalisten.

Buchungen für den Winter rückläufig

Die Buchungen für den Winter seien bei der GTT insgesamt um 5 Prozent rückläufig, bei Fernreisen werde ein Minus von 10 Prozent verzeichnet, berichtete Leitner. Bei Türkeireisen gebe es einen Rückgang von rund 8 Prozent, bei Ägypten von minus 12 Prozent. Spanien verzeichne dagegen ein Plus von 13,7 Prozent. Für eine seriöse Prognose für die Sommersaison sei es noch zu früh. "Wir sehen keine gesamthafte, flächendeckende Krise, sondern eine temporäre Nachfrageschwäche vor allem im östlichen Mittelmeer, von der Spanien ein bisschen profitiert", stellte Leitner fest. Auffallend sei jedoch die extreme Kurzfristigkeit der Buchungen: "Derzeit kommen 40 Prozent der Buchungen in der Abflugswoche herein".

"Kollektives Jammern" fehl am Platz

Die Wintersaison mache bei GTT nur 16 bis 18 Prozent des Gesamtumsatzes aus. "Wir hatten Glück, dass die Anschläge in den USA erst nach der Hauptsaison statt gefunden haben, daher sind die Folgen marginal. Das Jahr ist für uns bereits gelaufen", betonte Leitner, der das "kollektive Jammern der Branche" fehl am Platz findet. Die Krisen der Airlines habe es bereits vor dem 11. September gegeben und das Geschäftsklima sei in der Reisebranche trotz des Buchungsrückganges seit September besser als in der Gesamtwirtschaft.

Sicherheitsgebühren

Ab Mittwoch hebe die TUI auf Grund der gestiegenen Sicherheitsgebühren der Airlines Zuschläge für alle Neubuchungen bei Flugreisen ein, 10 Euro pro Kurz- oder Mittelstreckenreise, 12 Euro für die Langstrecke, berichtete Leitner. In der Sommersaison 2002 würden der Zuschläge bei Gulet und Touropa in den Pauschalpreis einkalkuliert werden, die TUI hingegen werde den Zuschlag nach wie vor getrennt anführen. Außerdem sollen die Preise für die Sommersaison 2002 - ebenso wie bereits in der Wintersaison 2001/02 - wegen der gestiegenen Kerosinpreise und des hohen Dollarkurses um rund 2 bis 5 Prozent angehoben werden.

Expansion

Die GTT wolle ungeachtet der weltweiten Konjunkturflaute an ihren Plänen festhalten, keine Mitarbeiter abbauen, keine Kurzarbeit einführen und die geplante Expansion in Osteuropa (ohne Polen) durchziehen, kündigte Leitner an. Für Sommer 2002 sei der Markteintritt in Ungarn und der Ausbau der Vertriebsaktivitäten in Slowenien geplant. In drei Wochen soll die neue Konzernzentrale im dritten Wiener Gemeindebezirk (Landstraße) bezogen und damit die Marken TUI Austria und Gulet Touropa Touristik besser zusammengefasst werden. Die formale Integration des Schwesterunternehmens TUI Austria (75 Prozent Preussag/TUI, 25 Prozent AUA) in die GTT Holding werden 2002 vollzogen werden. Ertragsmäßig werde die GTT Holding heuer eine Umsatzrendite von 0,5 bis 1 Prozent erzielen.

Die GTT Holding AG, die nach eigenen Angaben mittlerweile dem Verkehrsbüro umsatzmäßig den Rang des Marktführers abgelaufen hat, gehört zu 75 Prozent der Preussag/TUI und zu 25 Prozent der AUA. Einen Rückzug der in Umstrukturierung befindlichen AUA aus der GTT sieht Leitner nicht: "Wir haben keinerlei Indikationen dafür, die AUA ist sehr glücklich mit dem Geschäftsverlauf der GTT". (APA)

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