Atemtherapie

16. November 2001, 17:12
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Richtig atmen bedeutet mehr Energie, höhere Leistungsfähigkeit und Aufgeschlossenheit. Außerdem verändert sich das Bewusstsein und fördert die Heilung von Krankheiten.

Die Atmung steht am Anfang und am Ende des Lebens. Mit dem ersten Atemzug erblicken wir das Licht der Welt, mit dem letzten hauchen wir das Leben aus.

Kraftstrom der kosmischen Energie

Für die Weisen Indiens heißt Atmen "den Kraftstrom der kosmischen Energie anzapfen, mit dem Universum zu kommunizieren, sich mit der Natur innig zu vereinigen". Für sie ist der Atem ein Schlüssel zur Freude, eine Sprossenleiter zu höherem Bewusstsein, das Tor zur höchsten und zur letzten Wirklichkeit, Brücke zur transzendentalen Weisheit, Weg zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung.

Bewusstseinsveränderung

Ein Grundsatz der fernöstlichen Medizin lautet: Rhythmus, Tiefe und Form der Atmung können dazu verwendet werden, das Bewusstsein zu verändern, Heilung zu fördern und die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern.

Richtiges Atmen

Atmen Sie langsam aus. Ziehen Sie dabei den Bauch kräftig ein. Spüren Sie, wie die Luft durch die Lungen und den Magen wandert?

Nachdem Sie vollständig ausgeatmet haben, atmen Sie langsam ein. Lassen Sie das Einatmen von selbst, ganz natürlich kommen. Dabei soll sich das Zwerchfell nach innen wölben.

Wenn sich die Lungen mit Luft gefüllt haben, halten Sie ein wenig inne, damit ein vollständiger Gasaustausch zwischen der eingeatmeten Luft und dem Lungengewebe stattfinden kann.

Das Ausatmen sollte länger dauern als das Einatmen. Lassen Sie also den Brustkorb langsam zusammensinken. Gleichzeitig wölben Sie den Bauch vor.

Nachdem so die Luft einige Zeit im Bauchraum verweilt ist, ziehen Sie langsam den Bauch ein und lassen die Luft durch den Mund entweichen.

Atmen Sie bitte nicht durch die Nase ein und aus. Durch die Nase soll nur der einströmende Luftzug hochtransportiert und gereinigt werden. Dafür sorgen Flimmerhärchen in den Zellen der Nasenschleimhaut, die festhalten und hinausbugsieren, was nicht in die Lunge gehört. Auf ihrem Weg durch das Riechorgan wird die Luft außerdem ein wenig angewärmt – was besonders im Winter wichtig ist, wenn es draußen eisig kalt ist. Auf diese Weise wird verhindert, dass das zarte Lungengewebe schockartig abgekühlt wird. Entweichen kann die verbrauchte körperwarme (Ab)Luft dann ganz natürlich durch den leicht geöffneten Mund.

Wiederholungen

Sie können diese Übung bis zu einem Dutzend mal wiederholen, wenn es Ihnen Spaß macht. Sie sollten aber sofort damit aufhören, wenn Sie dabei ein Gefühl des Unbehagens verspüren. Und gehen Sie jedes Mal im Geiste mit der Luft mit, folgen Sie ihrem Weg in den Körper.

Üben, üben, üben ...

Wahrscheinlich funktioniert das nicht gleich auf Anhieb so, wie Sie sich das vorgestellt haben. Geben Sie aber nicht auf. Denken Sie daran: Wenn Sie bisher vielleicht nicht richtig, geatmet haben, so haben Sie dieses Fehlverhalten bereits seit vielen Jahren aus- und daher auch eingeübt. Das kann sich nicht im Handumdrehen ändern. Nur wer Tag für Tag übt, wird sich bald wohler fühlen, wird leistungsfähiger werden und für mehr Dinge aufgeschlossen.

Sie können die Atmemübungen sowohl im Stehen als auch Sitzen oder Liegen durchführen. (cheb)

"Das erste, was der Mensch zu lernen hat, ist Atmen" (Buddha)
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