Zeitung: Pakistan bringt Taliban-Botschafter zum Schweigen

7. November 2001, 11:54
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Pressekonferenz mit Kritik an den USA abgesagt

Islamabad - Pakistan hat dem Taliban-Botschafter Abdul Salam Saif nach Presseberichten Kritik an den USA untersagt. Es entspreche nicht den diplomatischen Gepflogenheiten, wenn ein Botschafter gegen ein drittes Land Stellung nehme, wurde Saif nach Angaben der Zeitung "Dawn" im pakistanischen Außenministerium bedeutet. Saif hatte in Islamabad fast täglich Pressekonferenzen gegeben und dabei den USA unter anderem Völkermord vorgeworfen.

Pakistan bestätigte das Treffen im Außenministerium vom Dienstag, fügte aber hinzu, es habe sich lediglich um ein Routinetreffen gehandelt. Für Mittwoch lud Saif nicht zu einer Pressekonferenz ein, gab aber keine Gründe an. Pakistan ist das letzte Land, das zu den Taliban diplomatische Beziehungen unterhält.

In Pakistan stieß das angebliche Vorgehen gegen Saif auf Kritik. "Obwohl Saif daran gehindert wird, Pressekonferenzen zu geben, hat der Informationsservice der USA seinen Propaganda-Krieg verstärkt", hieß es in einem Kommentar von "Dawn". Die US-Botschaft in Pakistan gebe nach wie vor Pressemitteilungen heraus, in denen die Taliban angegriffen würden. (APA/dpa)

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