Zur Erinnerung an die Physikerin Marie Curie

7. November 2001, 13:40
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Doppelte Nobelpreis-
trägerin, wissenschaftliche Bahnbrecherin und Vorbild für Frauen

Sie war die erste Frau, die 1903 den Nobelpreis für Physik und 1911 jenen für Chemie erhielt. Und auch als Lehrstuhlinhaberin an der Sorbonne war sie Vorreiterin.

Auffällig talentiert

Geboren am 7. November 1867 in Warschau als Marya Slodowska, wuchs sie in intellektuellen Kreisen auf. Das Lyzeum beendete sie mit Auszeichnung. Da es für Frauen in Polen keinen Zugang zum Studium gab, ging Marie nach Paris und belegte die Naturwissenschaftliche Disziplin.

Sie führte ein sparsames, zurückgezogenes und nur aufs Studium konzentriertes Leben, das 1893 mit einem Physikdiplom als Jahrgangsbeste und 1894 mit dem Mathematikdiplom belohnt wurde. Zwei Jahre später bestand sie das Staatsexamen in Physik und Mathematik, welches ihr später den Vorteil brachte, das karge Familieneinkommen mit ihrem Lehrerin-Gehalt aufzustocken. Nach ihrem Studium an der Sorbonne erforschte Marie die Radioaktivität und entdeckte die radioaktiven Elemente Polonium und Radium.

1895 heiratete Marie den französischen Physiker Pierre Curie. Das für ihre Forschungen notwendige Geld verdiente sie als Lehrerin, versorgte ihre beiden Töchter Irène Joliot und Eve sowie den Haushalt.

Nobelpreis für Physik

Nach der Geburt der ersten Tochter begann sie die Untersuchungen für ihre Dissertation, das nahezu unerforschte Phänomen der natürlichen Strahlung des Urans. Der Begriff "Radioaktivität" für diese Strahlung geht auf Curie zurück. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre entdeckte sie die Elemente Radium und Polonium. Daraufhin entwickelte Marie ein Verfahren zur Isolierung des Radiums. Das Ehepaar Curie lehnte die ihnen angebotene Patentierung ab, und das obwohl sich damit ihre schlechte finanzielle Situation verbessert hätte. Ihr Anliegen war jedoch der Nutzen für die Allgemeinheit. Den Nobelpreis für die Entdeckung der Radioaktivität erhielten die Curies gemeinsam mit Henri Becquerel, der die Uran-Strahlung entdeckt hatte.

Daraufhin erhielt Pierre Curie einen Lehrstuhl für Physik an der Sorbonne, Marie wurde als seine Assistentin angestellt. Nach dem Tod ihres Mannes 1906, der bei einem Unfall mit einem Pferdefuhrwerk verunglückt war, wurde ihr der Lehrstuhl übertragen und zwei Jahre später auch die ordentliche Professur zuerkannt.

Nobelpreis für Chemie

Mit ihrem zweiten Nobelpreis 1911 wurde ihre Arbeit zur Reindarstellung des Radiums und Pollonium gewürdigt. Zu ihren Ehren wurde die Maßeinheit von einem Gramm Radium pro Sekunde mit "1 Curie" bezeichnet, die heute durch die Einheit "Becquerel" abgelöst ist.

Aufgrund ihrer Beharrlichkeit gelang es Marie Curie an der Pariser Sorbonne ein Radium-Institut aufzubauen, wo sie die Leitung der physikalischen Abteilung übernahm. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs organisierte sie einen Front-Röntgendienst.

Diskriminierung als Frau

All den großartigen Leistungen Marie Curies, ihren zahlreichen Auszeichnungen und ihrer Weltberühmtheit zum Trotz, lehnte die französische Akademie der Wissenschaften ihre Mitgliedschaft mit der Begründung - sie sei eine Frau - ab.

Wahrscheinlich aufgrund der jahrzehntelangen ungeschützten Arbeit mit radioaktiven Elementen, an der sie physisch besonders in den letzten Jahren gelitten hatte, erkrankte sie an Leukämie und verstarb bereits im Alter von 69 Jahren – am 4. Juli 1934 - in Sallanches/Schweiz. (dabu)

07.11.1867 - 04.07.1934
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