Chirac fordert humanitäre UNO-Konferenz

7. November 2001, 11:06
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"Hilfsmaßnahmen sind kein finanzielles Problem"

New York - Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat an die UNO appelliert, eine internationale humanitäre Konferenz zu Afghanistan einzuberufen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan und US-Präsident George W. Bush hätten seinem Vorschlag bereits zugestimmt, sagte Chirac am Dienstagabend (Ortszeit) in New York. Er habe angeregt, dass eine "wichtige Persönlichkeit" die Hilfsmaßnahmen für Afghanistan koordinieren solle.

An der Konferenz sollten UNO-Organisationen wie das Welternährungs-Programm (WFP), die wichtigsten Geberländer, die Nachbarstaaten Afghanistans, das Internationale Rote Kreuz und Nicht-Regierungsorganisationen teilnehmen. Die Afghanistan-Hilfe sei kein finanzielles Problem, sagte Chirac. Sie sei in erster Linie eine Frage der Energie und der Organisation. Für die Hilfsmaßnahmen stünden bereits 700 Millionen Dollar (781 Mill. Euro/10,75 Mrd. S) zur Verfügung.

Afghanistan: Sieben Millionen Menschen vom Hunger bedroht

Die humanitäre Lage in Afghanistan bezeichnete der französische Präsident mit Blick auf den bevorstehenden Winter als "unerträglich und nicht hinnehmbar". Chirac äußerte sich auf einer Pressekonferenz im Anschluss an ein Treffen mit Bush in Washington und mit Annan in New York. Annan sagte der Nachrichtenagentur AFP, es müsse "wirklich alles getan werden, um eine humanitäre Katastrophe in Afghanistan während des Winters zu verhindern".

Ein Datum für die internationale Hilfskonferenz wurde zunächst nicht genannt. UNO-Diplomaten nannten jedoch Ende November als möglichen Termin. Schätzungen der UNO zufolge könnten im Winter mehr als sieben Millionen Menschen in Afghanistan vom Hunger bedroht sein. (APA/AFP)

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