Ernst Beneder erhält "Otto Wagner Städtebaupreis 2001"

6. November 2001, 21:57
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Stadtprojekt Waidhofen/Ybbs

Wien - Der in Wien tätige Architekt Ernst Beneder erhält den "Otto Wagner Städtebaupreis 2001". Die Jury unter Vorsitz des englischen Architekten Nicholas Grimshaw entschied sich aus dem Kreis von 44 gültigen Einreichungen einstimmig für sein Stadtprojekt Waidhofen/Ybbs. Die Preisübergabe fand Dienstag anlässlich der Eröffnung der Ausstellung des Siegerprojektes sowie der acht mit Würdigungen hervorgehobenen weiteren Projekte im Hauptgebäude der P.S.K. in Wien statt.

"Das Projekt zeichnet sich durch die Komplexität der Analysen und Betrachtungen aus, der die gesamte Stadt mit ihren verschiedenen Parametern wie Verkehrssituation, Stadtmöblierung und - beleuchtung, Platzgestaltung etc. unterworfen wurde", heißt es in der Jurybegründung zu dem Projekt des in Waidhofen/Ybbs aufgewachsenen Architekten, "besonders hervorzuheben ist, dass die Stadt für dieses Projekt als Gesamtstruktur erfasst und untersucht wurde." Beneder, der u.a. durch den Bau des Ostarrichi-Kulturhofes in Neuhofen/Ybbs bekannt wurde, hat in Waidhofen zahlreiche Projekte verwirklicht - etwa den Umbau des Rathauses, die Errichtung eines Heimatmuseums sowie einen Turmausbau in der Nähe des Oberstadtplatzes - und war mit der Gestaltung der gesamten Innenstadt beauftragt worden.

"Die architektonischen Lösungen und die dafür ausgewählten Materialien und Techniken zeichnen sich durch den geglückten Dialog mit der vorhandenen Stadtstruktur und -gestaltung aus und werten damit das Stadtbild auf", so die Jury, "Brücke und Brunnen, um nur zwei markante Elemente zu nennen, wirken in hohem Maße identitätsstiftend und definieren den Grenzbereich von Architektur und Skulptur neu." Gerade die zwei aus Stahl und Glas gefertigten und sich in ihrer Gestaltung nicht historisierend-anbiedernden Brunnen sorgten in den vergangenen Monaten für heftige Diskussionen in der Bevölkerung und animierten den Waidhofener Altbürgermeister Erich Vetter zur Unterschriftensammlung gegen die Brunnengestaltung.

"Aus allen Ecken hallen die Zurufe: Mehr davon, oder weniger? Fahrradständer mit Dach, oder ohne, Bänke, Holz, helles Holz, dunkles Holz, dann doch Metall, mit Lehne, ohne, hier, oder dort? Oder sind Parkplätze doch wichtiger. Das Licht, zu hell, zu dunkel. Papierkörbe aus Edelstahl? Viele kleine oder wenige große? Es allen Recht zu tun, ist sprichwörtlich eine Kunst, die niemand kann", zitierten die "Niederösterreichischen Nachrichten" kürzlich den Architekten, der durch die Auszeichnung seines Projektes nun hochkarätige Unterstützung erfährt. Ausdrücklich hebt die Jury den "Vorbildcharakter dieses ganzheitlichen städtebaulichen Ansatzes" hervor.

Der "Otto Wagner Städtebaupreis" wurde 1995 erstmalig verliehen und wird alle drei Jahre vom Architekturzentrum Wien gemeinsam mit der Österreichischen Postsparkasse vergeben, die auch das Preisgeld in der Höhe von 200.000 Schilling stiftet. Nach den bisherigen offenen Ausschreibungen, deren Hauptpreise an städtebauliche Projekte in Wien gingen, konzentrierte sich der Dritte Otto Wagner Städtebaupreis auf Planungen, welche die Verbesserung und Neukonzipierung von Verkehr und Infrastruktur zum Ziel haben.

"3. Otto Wagner Städtebaupreis 2001", Kassensaal des P.S.K. Hauptgebäudes, Wien 1, Georg Coch-Platz 2, 7. bis 30.11., Mo-Fr 8-15 Uhr, Do bis 17.30 Uhr (APA)

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