Gehrer verteilt Uni- Milliarde

6. November 2001, 19:51
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Gleichzeitig beginnen die Budgetverhandlungen mit allen Universitäten

Wien - Gute Nachrichten für Österreichs Rektoren: Das Bildungsministerium hat am Dienstag die Aufteilung der "Universitätsmilliarde" für das Jahr 2002 festgelegt.

Mit der Veröffentlichung wolle man offenbar ein gutes Verhandlungsklima für die am Mittwoch beginnenden Budgetverhandlungen mit den Unis erzeugen, sagt Rektorenchef Georg Winckler im STANDARD-Gespräch. Allein bei den Personalausgaben rechnet er an der Uni Wien mit Einsparungen von 1,5 Prozent. Dafür müssten etwa Leistungsprämien gestrichen werden. Bei der Uni-Milliarde lobt er allerdings die "Transparenz der Mittelvergabe". Den größten Anteil davon erhält die Universität Wien mit insgesamt 224 Millionen Schilling. Setze man dies mit der Studentenzahl in Relation, bekomme die Uni Wien nur unterdurchschnittlich, die Uni Linz aber überdurchschnittlich viel Geld, meint Winckler, der Rektor an der Uni Wien ist.

In absoluten Zahlen folgen der Uni Wien die TU Wien (121 Mio. Schilling) und die Uni Linz (96 Mio. Schilling). Zur Hörsaal- und Seminarausstattung sowie für Übungsräume und Studierendenarbeitsplätze sind 31 Projekte im Umfang von 249 Millionen Schilling vorgesehen.

Geld für EDV

208 Millionen Schilling stehen für 24 Projekte zur Modernisierung im Lehrveranstaltungsbereich (etwa für den Einsatz neuer Medien) zur Verfügung, 209 Millionen Schilling für zwölf Projekte zur Verbesserung der Serviceleistungen (virtuelle Studienberatung, Prüfungsanmeldungen, Lehrveranstaltungsverwaltung). Für Verbesserungen im Bibliotheksbereich (längere Öffnungszeiten, Zeitschriftenbudgets) kommen 30 Millionen Schilling zur Ausschüttung, für die Ausstattung neuer Studienrichtungen 37 Millionen Schilling und für Maßnahmen im Fremdsprachenbereich wie die Einrichtung von Sprachzentren sechs Millionen Schilling. Sonstige Vorhaben werden mit insgesamt 261 Millionen Schilling gefördert.

2001 flossen die Mittel aus der "Universitätsmilliarde" (nur 500 Millionen Schilling, da die Studiengebühren nur im Wintersemester zu zahlen waren, Anm.) vor allem in die Verbesserung von Serviceleistungen (151 Millionen Schilling) und in die Modernisierungen im Lehrveranstaltungsbereich. Damals gab es an einigen Unis Frust, weil Projekte nicht mehr berücksichtigt werden konnten.

Weniger Studenten

Die neuen Mittel werden heuer aber weniger Studierenden zugute kommen als bisher. Das zeigen die ersten Studentenzahlen, die von den Unis gemeldet werden. An der Uni Innsbruck wirken sich die Studiengebühren negativ auf die Zahl der Anfänger, und dabei vor allem auf Frauen, aus. Die Zahl der Studienanfänger sank um 12,8 Prozent. Vier Prozent weniger Männer, aber 20 Prozent weniger Frauen haben ein Studium begonnen. Rektor Hans Moser zeigt sich "negativ überrascht" und sieht hier "Handlungsbedarf". Die Gesamtzahl der Studierenden sank "nur" um 23 Prozent (erwartet wurde ein Minus von einem Drittel), auf 21.504, unter das Niveau vor zehn Jahren (1991: 22.125).

An der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien wurde ein Studentenrückgang von 22 bis 23 Prozent verzeichnet. Die Zahl der Erstsemestrigen ist um 2,3 Prozent leicht angestiegen.

An der Universität Salzburg haben in diesem Wintersemester um rund ein Viertel weniger Studierende inskribiert als im Herbst 2000. Waren im Studienjahr 2000/2001 13.825 Studierende gemeldet, inskribierten bis zum Ende der Zulassungsfrist am 25. Oktober 10.000 Personen.

Dramatische Rückgänge gab es bei außerordentlichen Studierenden, Seniorenstudenten und ausländischen Hörern. (bs, mon, pm, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 7.11.2001)

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