Kärnten: Es knistert in der schwarz -blauen Beziehungskiste

6. November 2001, 19:45
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Freiheitliche gehen mit ÖVP auf Konfrontation

Graz - Zufall oder doch nicht? Nach dem Bruch der Koalition zwischen der ÖVP und FPÖ in Kärnten knistert es auch in der steirischen schwarz-blauen Beziehungskiste. Die Freiheitlichen wollen hier ebenso auf Konfrontationskurs mit der ÖVP gehen.

Klubchef Franz Lafer zum STANDARD: "So kann es sicher nicht mehr weitergehen. Wir werden in den prinzipiellen Fragen der Politik nun einen größeren Unterschied herausstreichen. Es wird nicht mehr so sein, dass die FPÖ in allen Fragen mitgeht. Wir werden nicht der Erfüllungsgehilfe der ÖVP sein." Wie in Kärnten bereits praktiziert, will Lafer auch für die Steiermark eine engere Zusammenarbeit mit der SPÖ nicht mehr ausschließen. Lafer: "Mit der jetzigen Führung ist sicher nichts zu machen, aber mit den nachfolgenden Personen an der Spitze womöglich schon."

Die FPÖ will jedenfalls dem Koalitionspartner ÖVP in den kommenden Monaten einige Steine in den Weg legen. Vor allem beim zentralen politischen ÖVP-Projekt, der Privatisierung von Landesunternehmen, werde die FPÖ auf die Bremse steigen, kündigt Lafer an. "Wir werden ganz sicher einem Totalabverkauf nicht zustimmen. Die Infrastruktur im Tourismus darf nicht in die Hände einiger weniger Privater gegeben werden." Das Land müsse in den Unternehmen weiter Eigentümer bleiben, Beteiligungen von Privaten an den Thermen oder Skiliften seien aber denkbar. Eine Linie, die auch die SPÖ in der Steiermark vertritt.

Mit ausschlaggebend für den Kurswechsel der steirischen FPÖ sind aktuelle Umfragedaten, die den Freiheitlichen einen fulminanten Absturz im Bundesland prognostizieren. (mue, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 7.11.2001)

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