Vorarlberger fühlen sich von Atommülllager umzingelt

6. November 2001, 20:14
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Das Land will Einwendungskampagnen unterstützen

Bregenz - Die Errichtung von Atommüllzwischenlagern in Bayern und der Plan, im schweizerischen Benken bei Schaffhausen ein Atommüll-Endlager zu installieren, stößt in Vorarlberg auf Kritik. "Wir werden von Atommülllagern eingekreist", warnen die Vorarlberger Sozialdemokraten und fordern von der Landesregierung, Einwendungskampagnen zu unterstützen.

Was Landeshauptmann Herbert Sausgruber (VP) auch zusagte - das Land werde sich an den Umweltverträglichkeitsverfahren beteiligen und seine Interessen mit "Nachdruck" auch in der Schweiz vertreten. Die Grünen kritisieren dagegen, die Regierung habe auf eine Stellungnahme im Genehmigungsverfahren zum Zwischenlager Isar (beim AKW Ohu nahe München) verzichtet. Nun fordern die Grünen eine Stellungnahme gegen den Bau des größten deutschen Zwischenlagers in Gundremmingen.

Platz für 192 Castoren

In der bayrischen Kleingemeinde - 115 Kilometer Luftlinie von Bregenz entfernt - steht Deutschlands größtes AKW. Das dort geplante Zwischenlager soll Platz für 192 Castoren bieten, Müllbehälter aus Gussstahl, die in einer Halle überirdisch gelagert werden.

Raimund Kamm, Vorsitzender des Vereins "Energiewende atomkraftfreies Schwaben": "Jeder einzelne Castor enthält mehr radioaktive Strahlung, als in Tschernobyl ausgetreten ist." Zudem, so Kamm, sei ein Ausbau des Atomkraftwerkes geplant: "Es glauben ja alle, Deutschland plane den Ausstieg, das Gegenteil ist der Fall. Die bauen aus." (jub,derstandard,print-ausgabe,7.11.2001)

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