Forscher suchen Ersatz für embryonale Stammzellen

6. November 2001, 19:27
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Freiburg - Mit der künstlichen Nachbildung von menschlichem Gewebe wie Haut, Knochen und Nerven befasst sich ab Mittwoch ein Weltkongress in Freiburg. Im Mittelpunkt der Tagung soll unter anderem die Frage stehen, wie bei Verfahren der Gewebeerzeugung auf embryonale Stammzellen verzichtet werden kann. Das kündigte Kongressleiter G. Björn Stark vom Universitätsklinikum Freiburg an. Durch Fortschritte bei der Verwendung körpereigener Stammzellen werde der Einsatz embryonaler Stammzellen in vielen Bereichen der so genannten Ersatzteilmedizin möglicherweise hinfällig, betonte Stark.

Nach Angaben des Spezialisten für Plastische Handchirurgie könnten etwa aus abgesaugtem Fettgewebe wieder Knochen-, Knorpel-, Muskulatur- oder Fettzellen gewonnen werden. Zahlreiche Vorträge und Erkenntnisse zu diesem Thema sind für die bis zum Wochenende dauernde Veranstaltung angekündigt. Auch Verfahren zur Hauterneuerung, Hautpigmentierung, zum Mundschleimhautersatz, zur Knochen- und zur Knorpelbildung werden vorgestellt. Aus den USA werden neueste Erkenntnisse zur Herstellung von Zahnhartgewebe erwartet.

Das noch junge Fachgebiet der Ersatzteilmedizin - auch "Tissue Engineering" genannt - kombiniert Methoden der Zellbiologie, der Zellzüchtung, der Materialwissenschaften, der Gentechnologie und der klinischen Medizin. Ziel ist es, fehlendes Gewebe oder dessen Funktion zu ersetzten, um so zum Beispiel Fremdtransplantate oder künstliche Prothesen zu vermeiden. Die Tagung in Freiburg ist eine gemeinsame Veranstaltung der Universität Freiburg, der European Tissue Engineering Society (ETES) und der Tissue Engineering Society international (TESi). Es ist der erste internationale Kongress zu dem Thema außerhalb der USA. Insgesamt werden 250 Referenten und rund 600 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. (pte)

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