Skopje: Bewaffnete Albaner-Rebellen aus Kosovo nach Mazedonien eingedrungen

7. November 2001, 14:10
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Sender "B-92": 100 Rebellen in der Nähe der Hauptstadt

Skopje - Mehr als 100 bewaffnete Albaner sollen aus der Provinz Kosovo im Süden Serbiens nach Mazedonien eingedrungen sein. Dies erklärte der mazedonische Regierungssprecher Djordji Trandafilov am Mittwoch in Skopje. Die bewaffneten Männer sollen in der Region um die Ortschaft Radusa, etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Skopje, ihr Lager aufgeschlagen haben, wurde Trandafilov vom Belgrader Sender "B-92" zitiert.

UCK soll sich auf "Winteroffensive" vorbereiten

Beobachter der mazedonischen Armee und Polizei hätte auch Informationen über neue Bewaffnungen und Rekrutierungen junger Albaner aus den Reihen der offiziell aufgelösten "Albanischen Befreiungsarmee" (UCK) festgestellt. Die UCK bereite sich auf eine Militär-Offensive im Winter vor, behauptete der Regierungssprecher.

Zudem würden albanische Rebellen beträchtliche Mengen an Waffen, Munition und Ausrüstung aus dem benachbarten Kosovo nach Mazedonien schmuggeln. Die neuen Rekrutierungen und Vorbereitungen albanischer Extremisten für militärische Aktionen seien die "Folge der Konsultationen der Führer albanischer Parteien und des politischen UCK-Führers Alija Ahmeti", sagte Trandafilov.

Friedensprozess stockt

Die UCK löste sich offiziell Ende September auf, nachdem NATO-Truppen im Rahmen der Aktion "Essential Harvest" Waffen der albanische Rebellen eingesammelt hatten. Zuvor hatte die UCK durch militärische Aktionen Teile des mazedonischen Territoriums unter ihre Kontrolle gebracht. Eine diplomatische Offensive der internationalen Gemeinschaft konnte vorerst den Ausbruch eines offenen Bürgerkriegs verhindern und einen Friedensprozess einleiten, der derzeit allerdings stockt. (APA)

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