"Jeder zweite Festnetzanbieter muss bis 2006 aufgeben"

6. November 2001, 17:25
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Gartner Group: Europäische Anbieter konzentrierten sich zu sehr auf die Entwicklung neuer Technologien

Jeder zweite Festnetzanbieter in Europa wird nach einer Marktstudie bis zum Jahr 2006 auf der Strecke bleiben. Weltweit werde sich die Zahl der globalen Anbieter auf fünf reduzieren, schätzten Analysten des renommierten Beratungsunternehmens Gartner Group am Dienstag in Cannes auf dem Technologiekongress ITXpo 2001. Europäische Anbieter hätten sich demnach zu sehr auf die Entwicklung neuer Technologien konzentriert. Sie hätten mehr darauf achten sollen, mit den neuen Angeboten Geld zu verdienen, meinen die Telekommunikationsexperten.

"Kurz- statt langfrisitg denken"

Gartner-Analyst Eric Paulak riet zur Vorsicht bei der Wahl eines Telefonanbieters: "In den letzten sechs Monaten haben wir erlebt, wie Telefongesellschaften am Freitag zum Geschäftsschluss Konkurs anmeldeten. Wir erlebten Kunden, denen am Samstag die Leitung gekappt wurde und die vor Montag einen neuen Anbieter finden mussten." Telekom-Anbieter sollten danach beurteilt werden, wie ihre kurzfristigen finanziellen Möglichkeiten sind und nicht nach ihrem langfristigen Potenzial.

"Europas Anbieter haben falschen Weg gewählt"

"Die Gesellschaften in Europa haben sich die falschen Märkte ausgesucht und falsche Anwendungen angeboten", sagte Paulak. Die Gesellschaften hätten sich zu sehr auf Sprachdienste konzentriert und Datenübertragungsdienste vernachlässigt.

Das von dem Technologie-Beratungsunternehmen Gartner Group (Stamford, US-Bundesstaat Connecticut) noch bis Donnerstag veranstaltete Symposium in Cannes gehört zu den wichtigsten der Branche. (APA/dpa)

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