Peres weist Vorwurf des staatlichen Terrors zurück

6. November 2001, 16:40
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Israelischer Außenminister beschuldigt Syrien des Staatsterrorismus - "Unterschlupf für Terrororganisation gewährt"

Brüssel - Der israelische Außenminister Shimon Peres hat zum kompromisslosen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. Am Rande der EU-Mittelmeerkonferenz wies er am Dienstag in Brüssel die Auffassung zurück, mit Blick auf das Nahost-Problem müsse zwischen Widerstand und Terrorismus unterschieden werden. Peres bezog sich dabei auf Äußerungen des syrischen Außenminister Faruk el Sharaa, der ebenfalls an der Konferenz teilnahm.

Israel und die Palästinenser stritten über nur zwei bis drei Prozent des von den Palästinensern beanspruchten Territoriums, betonte Peres. Das könne nicht als Rechtfertigung für Terror dienen. Gegen den Terrorismus nehme Israel das Recht in Anspruch, sich selbst zu verteidigen. Den Vorwurf des staatlichen Terrorismus wies Peres zurück. Er warf Syrien Staatsterrorismus vor, weil es "zehn terroristischen Organisationen" in Damaskus Unterschlupf biete.

"Entweder Terror oder Kultur, entweder Tod oder Leben"

Peres äußerte sich nur zurückhaltend über sein Gespräch mit Palästinenserführer Yasser Arafat am Vorabend ebenfalls in Brüssel. Er wolle nicht, dass durch solche Treffen zu große Erwartungen geweckt werden, sagte er. In Bezug auf eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses forderte er Arafat erneut auf, seine Zusagen zu erfüllen und gegen radikale Gruppen vorzugehen.

Peres forderte, jede Art von Terrorismus ohne Vergebung zu bekämpfen. "Entweder Terror oder Kultur, entweder Tod oder Leben", rief er aus. Israel habe den Palästinensern vieles gegeben und sei zu weiteren Konzessionen bereit. Aber dies sei ausschließlich durch Verhandlungen erreicht worden und nicht wegen eines Zurückweichens vor dem Terrorismus. Die jetzigen Probleme seien entstanden, weil es wieder Terror gebe. (APA/dpa)

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    foto: epa/etienne ansotte
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