Burundi: Rebellen ermorden 35 Zivilisten

6. November 2001, 16:17
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Überfälle sind schwerer Rückschlag für Friedensprozess

Nairobi/Bujumbura - Wenige Tage nach Beginn der Übergangsregierung in Burundi haben Hutu-Rebellen dort 35 Zivilisten ermordet. Wie lokale Rundfunksender am Dienstag berichteten, überfielen Guerillas am Montagabend ein Dorf in der Provinz Bururi (rund 75 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bujumbura) sowie mehrere Autos in der östlichen Region Ruyigi. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Bereits am Wochenende hatten sich die Rebellen blutige Gefechte mit Regierungssoldaten geliefert.

Die jüngsten Überfälle werden in Burundi als Rückschlag für den gerade eingeleiteten Friedensprozess gewertet. Am 1. November hatten die rivalisierenden Tutsis und Hutus des ethnisch zerrissenen Landes eine gemeinsame Regierung vereidigt und damit eine drei Jahre lange Übergangsphase für das Land eingeleitet. Während dieser Zeit sollen sich Tutsis und Hutus an der Macht abwechseln.

Abwechselnde Präsidentschaft

So wird der bisherige Präsident Pierre Buyoya, ein Tutsi, die ersten 18 Monate regieren. Vizepräsident wird der Generalsekretär der Hutu-Partei Frodebu, Domitien Ndayizeye. Zur Halbzeit der Übergangsphase soll Ndayizeye dann das Präsidentenamt übernehmen.

Das unter dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela vermittelte Abkommen wird jedoch von führenden Hutu-Gruppen und Tutsi-Parteien nicht anerkannt. In Burundi kämpfen seit 1993 Hutus gegen die regierende Minderheit der Tutsis. Mehr als 200.000 Menschen sind bislang in dem Konflikt ums Leben gekommen. (APA/dpa)

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